ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Vorsicht, das Ostseeeis trägt noch nicht
Eckernförde. Das Eis im Hafen in der Bucht wird immer dicker. Gestern Vormittag hat die Marine Nachbarschaftshilfe geleistet und den Hafenschlepper und Eisbrecher "Nordstrand" in den Stadthafen beordert. Mit Erfolg: das kräftige Stahlschiff durchbrach mühelos den Eispanzer bis zum Liegeplatz der "Seebad Borby" und verschaffte zumindest kurzzeitig ein wenig Entlastung. Drei Fischkutter sind im Konvoi ausgelaufen, um Netze einzuholen.
Derweil meldeten die Stadtwerke Eckernförde gestern einen Rekordabsatz an Erdgas: 1,77 Millionen Kilowattstunden (kWh) haben die Kunden verbracht. Der Durchschnittswerte normaler Wintertage liegt etwa bei 1,3 Millionen kWh.
Wenngleich die Eisdicke im Hafen, in der Ostsee und den anderen städtischen Gewässern aufgrund der auch in den kommenden Tagen noch anhaltenden Minustemperaturen weiter zunehmen wird, rät die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) eindringlich vom Betreten der Eisflächen ab. Vor allem Strömungsgewässer wie die Ostsee und Brackwasser wie das Windebyer Noor hätten unregelmäßig starke Eisflächen. Während Süßwasserseen ohne Zu- und Abfluss bei einer Eisdicke von 15 Zentimetern betreten werden könnten, sei beim Noor oder der Ostsee eine durchgängige Dicke von mindestens 20 Zentimetern für das Betreten notwendig. Bei einer gestern Nachmittag gemeinsam mit dem städtischen Ordnungsamt durchgeführten Überprüfung des Eimersees durch die DLRG stellte der Technische Leiter Björn Fischer eine Dicke von 15 Zentimetern fest. Fischer: "Wichtig bei der Messung ist, dass die Kerneisdicke genommen wird. Unter Kerneis versteht man das Eis, das klar und durchsichtig ist." Der obere milchige Rand sei hingegen lediglich fest getretener Schnee, der nicht trägt, so Fischer. Grundvoraussetzung beim Betreten des Eises sei, dass die Eisregeln eingehalten werden. "Dazu gehört, nie allein aufs Eis zu gehen und die Eisfläche sofort zu verlassen, wenn es knackt", warnt Fischer.
Während die Eisdicke des Eimersees mit seiner Tiefe bis 1.40 Metern ausreichend sei, wolle das städtische Ordnungsamt auch zukünftig keinen See in Eckernförde zum Betreten freigeben. "Selbst die Polizei rief bei uns an und fragte nach, ob und wann wir das Noor freigeben. Doch ich bleibe dabei: Das wird nicht geschehen", so Klaus Kaschke, Leiter des Ordnungsamtes.
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