ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Realschule: Eltern nehmen Unterrichtsausfall nicht hin

13. März 2010 | 06:40 Uhr | Von Gernot Kühl

Bärbel Dreyer und Rainer Bruns wollen Montag mit dem Schulrat über Lösungen gegen den Unterrichtsausfall sprechen. Foto: Kühl

Eckernförde. Die Stimmung bei den Eltern der auslaufenden Realschule am Pferdemarkt ist gereizt. Viele von ihnen beklagen einen hohen Unterrichtsausfall in den Klassen 6 bis 10. Der Schulelternbeirat ist eingeschaltet und trifft sich am Montag mit Schulrat André Berg, um das Problem darzustellen und detaillierte Informationen zu bekommen. Schulleiter Christoph Albrecht verweist in dieser Frage ebenfalls an den Schulrat, der gestern für eine Stellungnahme jedoch nicht zu erreichen war.

"Wir haben bislang keine konkreten Zahlen über das Ausmaß des Unterrichtsausfall bekommen, die brauchen wir aber, um mit der Schulleitung über mögliche Lösungen sprechen zu können", sagen Rainer Bruns und Bärbel Dreyer. Ihre Enttäuschung ist groß. Die beiden Elternvertreter der neuen Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde berichten von Unverständnis und Wut der betroffenen Eltern über die derzeit herrschende Unterrichtssituation, die allein die in den nächsten viereinhalb Jahren auslaufende oder "absterbende" Realschule betrifft, wie Bärbel Dreyer bitter anmerkt. Der Unterricht für die Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule im gleichen Gebäude werde ordnungsgemäß erteilt.

Der Unterrichtsausfall habe inzwischen Dimensionen angenommen, die die Eltern stark beunruhigten. Ausfallende Stunden zögen sich von Klasse 6 bis 10 durch alle Jahrgangsstufen und seien keine Einzelfälle. Mangelfach Nummer eins sei Englisch, Klassen würden teilweise nur zwei bis drei Stunden pro Tag unterrichtet, das Fach Biologie, so die Elternvertreter, würde in einer der 6. Klassen schon seit Januar nicht mehr unterrichtet. Notdürftig würden teilweise die größten Lücken in der für einen anschließenden Besuch der gymnasialen Oberstufe unabdingbaren zweiten Fremdsprache Französisch gestopft, darunter leide dann der Wahlpflichtkurs Spanisch, weil dafür keine Lehrkräfte mehr zur Verfügung stünden. Als Grund für den Unterrichtsausfall hat der Schulelternbeirat den derzeit hohen Krankenstand der Lehrkräfte, aber auch die kurzfristig zu Halbjahresbeginn im Februar verordnete Kürzung von 3,5 Planstellen ausgemacht. Weiteres Problem: Stellen für Vertretungslehrer würden nicht mehr im ausreichenden Maße zur Verfügung gestellt oder seien ganz gestrichen worden.

"Wir fühlen uns den vielen Eltern verpflichtet, die sich an uns wenden", begründen Bruns und Dreyer ihren hartnäckigen Einsatz, um an Daten zur Lehrerstundenzuweisung an der Grund- und Gemeinschaftsschule, zum Unterrichtsausfall und zum Einsatz von Vertretungslehrern zu gelangen. Nach einem Gespräch mit Schulleiter Albrecht hoffen sie nun am kommenden Montag auf konkrete Zahlen und auf Lösungsansätze, die den Schülern gerecht werden. Davon könne unter den gegebenen Umstände keine Rede sein, derzeit werde "der Mangel verwaltet" und die "Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern auf Gröbste verletzt", beklagen sich die Elternvertreter.

Rainer Bruns und Bärbel Dreyer würden gerne mit anderen Schulen, die ähnliche Probleme haben, ins Gespräch kommen. Kontakt: Rainer Bruns, Telefon 04351/739717, rainer-bruns@versanet.de, Bärbel Dreyer, Telefon 04351/3210, baerbel.dreyer@web.de.


 

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