ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Pferde sexuell misshandelt
Felm. Der Schreck steckt ihr noch in den Gliedern, auch wenn es inzwischen über zwei Wochen her ist. "Meine Pferde sind sexuell misshandelt worden", erklärt die Halterin der Stuten Nele und Luna, die mit ihrem fünfjährigen Sohn erst seit November in dem Doppelhaus auf dem ehemaligen Hofgelände zwischen Felm und dem Stodthagener Forst lebt. Als "eigentlich traumhaft" bezeichnet sie die abgelegene Wohngegend, in der im Sommer zahlreiche Spaziergänger anzutreffen sind. Am Dienstag, 23. Februar, ist dort morgens gegen 6 Uhr allerdings ein unliebsamer Besucher aufgetaucht und hat die junge Frau in Angst und Schrecken versetzt.
"Mein Nachbar hat die übliche Runde mit seinem Hund gemacht und ist dabei auf Spuren in dem frischen Schnee aufmerksam geworden", berichtet sie. Später sei ihm dann eine Person kräftiger Statur aufgefallen, die dem Wanderweg Richtung Wald folgte. "Das ist ihm merkwürdig vorgekommen - ein Spaziergänger im Dunkeln um die Uhrzeit und ohne Hund", erinnert sie sich. Erst als am Vormittag nicht nur Fußspuren vor dem Stall und in dem tiefen und bis dahin unberührten Schnee auf der anliegenden Koppel entdeckt werden, wird die Halterin hellhörig. Der Fund eines offensichtlich in die Jahre gekommenen, noch immer eingeschaltet vor sich hin brummenden Vibrationsgerätes und eines 20-Liter-Eimers mit gefrorenem Wasser, der vermutlich als Tritt herhalten sollte, im Stall bestätigt die schlimmen Vermutungen, dass der Täter sich an mindestens einem der Tiere vergangen hat. Aufgeschreckt hat er den Tatort offenbar fluchtartig verlassen. "An dem Sexspielzeug sind eindeutige Spuren. Alles deutet darauf hin, dass es angewendet wurde", erklärt die schockierte Halterin: "Meine Pferde stehen hier seit vielen Jahren. Wer weiß, wie lang das schon so geht?"
Sie hat Angst, dass er wieder kommt, hat sich Pfefferspray gekauft und geht in den Abendstunden nur noch in Begleitung in den Stall: "Aber ich möchte Schlimmeres verhindern und die Felmer und die Tierbesitzer in umliegenden Ortschaften warnen. Alle sollen die Augen und die Ohren offen halten!"
Zoophile Handlungen waren in Deutschland bis 1969 durch § 175 b Strafgesetzbuch verboten, das Unzucht-Verbot wurde jedoch durch die erste Strafrechtsreform aufgehoben. Wenn dem Tier nachweislich Schmerzen zugefügt wurden, kann Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt werden. Da das im Falle von Nele und Luna nicht festzustellen war, wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. Die Polizei konnte den Teil eines Fingerabdrucks an dem Sexspielzeug und einen Fußabdruck des Täters sicher stellen und ermittelt. Falls jemand den markanten Fußabdruck mit den Pfeilen erkennt, soll er sich umgehend an die Polizei in Gettorf, unter Tel. 04346/9022 melden.
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