ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Eine Bronzetafel für das Gildehaus
Präsentation der Bronzetafel im Ratskeller: Die Gildebrüder Norbert Ehrich, Majestät Günter Hass, Vorsitzender Gunter Niemann, Kay Wiese, Aribert Bramhoff und Oliver Neumann (v. l.).
Eckernförde. Die Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570, auch Gelbe Westengilde genannt, hat die Fassade des traditionreichen Gildehauses "Ratskeller" mit einer von den Gildebrüdern gestifteten Bronzeplatte verschönt, die vor wenigen Tagen im Beisein der Majestät, Günter de Architektonische, enthüllt wurde. Gildevorsitzender Gunter Niemann: "Der jetzige Ratskeller - ehemaliger Wein- und Bewirtungskeller früherer Bürgermeister - gibt unseren Zusammenkünften zum Gildefest, sonstigen Feiern und Sitzungen den traditionsbedingt würdigen, unverzichtbaren Rahmen. Dies wollen wir jetzt auch den Gildebrüdern und Gildeschwestern sowie unseren Gästen und den Bürgern der Stadt mit ihren Besuchern kundtun. Mit einem großen Dank an alle Spender und unter dem Motto unserer fast 200 Jahre alten Königstafel - In harter Zeit schwergeprüft, stehen wir fest zum Alten - enthüllen wir das neue eherne Wappenschild und zeigen nun auch nach außen, dass die Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 im ’Alten Rathaus" der Stadt Eckernförde ihr angestammtes Zuhause hat." Die Bronzeplatte zeigt den "Papagoyenvogel" der Gilde und weist auf das alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert als Gildehaus hin. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes sei eng mit der Geschichte des Eckernförder Gildelebens verknüpft. Die Gilde sei eine Traditionsgemeinschaft, deren Mitglieder sich zusammengefunden hätten, um das Gildebrauchtum "als wertvollen Bestandteil unserer (Stadt-) Geschichte wach zu halten".
Ursprünglich als Lager-, Versammlungs- und Zeughaus errichtet, diente es von Anbeginn als Sitz des Rates und der Gilde der Stadt. Die Versammlungen der Gilde wurden noch bis 1915 im großen Saal des alten Rathauses, dem heutigen Stadtmuseum über dem Ratskeller, abgehalten. Bis ins Jahr 1914 beginnen die Protokolle der Gilde fast unverändert mit den Worten: "Heute ... versammelte sich die Gilde auf dem Rathhause...; auch war die Bewirtung "... auf dem Rathhaus... mit Frühstück und Bier geregelt". Von 1915 bis 1975 fand die Gilde mit kriegsbedingten Unterbrechungen in "Dehns Gasthaus" statt, ehemals im Gebäude am Rathausmarkt 4. Eine Nutzung des Rathhauses wurde seitdem aus militärischen beziehungsweise verwaltungstechnischen Gründen verwehrt. Erst seit 1976 ist die Gilde wieder ins alte Rathaus "eingezogen", wenn auch im Kellergeschoss, in den Ratskeller. Seit 1951 wird der Empfang der Gilde auch im Rathaus wieder gepflegt. Ein Zeichen der Wertschätzung von Traditionen durch die Vertreter unserer Stadt Eckernförde, die von der Gilde nicht als selbstverständlich gesehen wird.
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