ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Einbrecher bevorzugen leichte Beute

17. Dezember 2008 | 03:02 Uhr | Von Sabine Sopha

Wenn der Briefkasten überquillt, ist dies quasi eine Aufforderung zum Einbruch. Foto: dpa

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Aufmerksame Nachbarn können so manchen Einbruch verhindern. Aber auch gut gesicherte Fenster und Türen sowie einige Verhaltensmaßregeln schützen die Hausbesitzer. Polizei und spezielle Firmen geben Tipps, wie sich das Heim sichern lässt.

Auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung. Stimmt - und stimmt nicht. Denn auch auf dem Land wird eingebrochen:

"In Hohenwestedt hebelten die Täter eine Terrassentür auf."

"In Westerrönfeld verschafften sich Unbekannte nach dem Aufhebeln eines Fensters Zutritt."

Ob Eckernförde, Gnutz oder Schacht-Audorf - die Polizeimeldungen zeigen: das Einbruchmuster ist fast immer dasselbe. Die Täter verschaffen sich Zugang über die Schwachstellen des Hauses. Das ist meist nicht die Eingangstür, erklärt Sönke Hinrichs, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster. Das sind meist Fenster oder Terrassentüren.

In den vergangenen Wochen häuften sich die Polizeimeldungen von Einbrüchen in Einfamilienhäuser. Die Polizei spricht von "Dämmerungs-Kriminalität", denn zahlreiche Einbrüche werden nicht nachts, sondern am frühen Nachmittag begangen, wenn es langsam dunkel wird.

Doch egal, wann eingebrochen wird - der beste Schutz ist es, "es dem Einbrecher so schwer wie möglich zu machen", erklärt Hinrichs. Denn Einbrecher wollen nicht erwischt werden. Sie wollen den schnellen Erfolg. Auf Kipp stehende Fenster, nicht abgeschlossene Türen oder simple Schlösser sind quasi eine Einladung für die Diebe.

Zwei wichtige Komponenten können nach Polizei-Erfahrung das Einbruchs-Risiko mindern:

Eine gute Vorsorge durch richtig gesicherte Fenster und Türen

sowie eine funktionierende Nachbarschaft.

Wie sich Haus oder Wohnung sichern lassen, erklärt die Polizei in Gesprächen vor Ort aber auch im Internet (www.polizei.schleswig-holstein.de >> Vorbeugung und Beratung >> Einbruchschutz) Konkrete Tipps gibt es auch von den sogenannten "Errichter-Firmen". Diese arbeiten mit der Polizei zusammen, haben einen Lehrgang besucht und ein Zertifikat erworben. Das heißt, ihr Anliegen ist nicht der Verkauf, sondern die Beratung. Zum Beispiel, wann eine Haustür gut gesichert ist. "Die Türrahmen (Zargen) müssen mechanisch stabil mit dem Mauerwerk verbunden sein", raten die Experten. Dazu im Mauerwerk verankerte Schließbleche erschweren das Aufhebeln zusätzlich. Bei Terrassentür ist es gut, wenn sie abschließbar sind - aber auch hier sind Qualität und Ausstattung entscheidend. Und die kostet Geld, betont Hinrichs. Er rät Bauherren, sich darum schon vor dem Hausbau umfassend zu informieren. "Ich wundere mich immer wieder, dass die Leute sich Fahrräder für 1000 Euro kaufen und dann keine vier Euro für ein Schloss ausgeben", vergleicht er günstige Fenster mit den zertifizierten und einbruchssicheren.

Ist niemand zu Hause und die Dämmerung herein gebrochen, können die genannten Maßnahmen einen Einbrecher vielleicht abschrecken. Einen Einbruch verhindern können sie nur bedingt. Deshalb legt Pressesprecher Hinrichs Wert auf eine gute Nachbarschaft. "Melden Sie verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei", bittet er. Nach ihren Beobachtungen "baldowern" die Täter manchmal die Häuser im Vorwege aus. "Das kann auch eine Frau sein", so Hinrichs. Diese gehe dann von Haus zu Haus, würde klingeln - und wenn jemand öffnet sich unter fadenscheinigen Entschuldigungen ("Ich habe mich in der Hausnummer geirrt.") wieder verabschieden. Fällt den Nachbarn eine verdächtige Person auf, sollten sie sich nicht scheuen, zum Telefon zu greifen und die 110 zu wählen. "Wir schauen uns die Leute gerne mal an", erklärt der Polizeisprecher.

Entgegen der landläufigen Meinung brechen die Diebe selten an der Vorderfront des Hauses ein. Auch Scheiben werden kaum eingeschlagen. Die Gründe: Im rückwärtigen Hausbereich sind sie meist unbeobachtet. Und: Das Einschlagen einer Scheibe macht viel zu viel Lärm und erzeugt damit unerwünschte Aufmerksamkeit.

Mit einem weiteren Vorurteil räumt Hinrichs auf: Fernsehgeräte oder HiFi-Anlagen sind keine begehrte Beute. "Viel zu groß. Die schleppen sich nicht so gerne ab". Schmuck, Bargeld, Digitalkameras oder Laptops, alles was leicht ist und sich schnell verkaufen lässt, ist dagegen begehrt. Denn: Einbrecher lieben leichte Beute. Und sie nutzen gerne die günstige Gelegenheit - egal ob auf dem Land oder in der Stadt.


 

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