ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Weltmeister haben einen neuen Chef
Ein letzter Blick auf "seine" Sportler, ein kurzes Grüßen, und mit schnellen Schritten ging es raus aus dem Saal des Offiziers-/ Unteroffiziersheims am Marinestützpunkt. Vielleicht war es gestern Nachmittag der schwerste Moment in der bisherigen Karriere von Bernhard Theis. 18 Jahre lang hat der heute 44-jährige Stabsbootsmann die Sportfördergruppe der Bundeswehr für Maritimen Fünfkampf in Eckernförde geleitet und als Trainer gewirkt, dabei mit seinen Sportlern 34 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften geholt. Doch ab März übernimmt er die Leitung der Sportfördergruppe in Appen bei Pinneberg, an der 80 Sportler - viele davon Olympioniken - trainieren (siehe EZ vom 16. Februar). Gestern übergab er sein Kommando über die 13 Spitzensportler an Stabsbootsmann Lars Apitz.
Der 41-Jährige war in den Jahren 1990 bis 2004 selbst aktives Mitglied der Sportfördergruppe, holte mit der Mannschaft einen Weltmeister- und drei Vize-Weltmeistertitel sowie zwei Goldmedaillen bei Europameisterschaften und mehrere Einzelmedaillen in den Disziplinen Rudern und Amphibischer Geländelauf. Große Änderungen werde es demnächst in der Gruppe nicht geben, sagt er: "Das Grundkonzept steht, und man kann das Rad nicht immer neu erfinden." Er wolle seine Erfahrungen in seine neue Aufgabe als Trainer und Leiter der Gruppe einbringen - und diese sind natürlich stark geprägt von seinem Trainer und Vorgänger Bernhard Theis. Als nächste Aufgabe steht den Sportlern die Teilnahme an den nordischen Meisterschaften in Dänemark bevor. "In diesem Jahr eine Ersatz-Weltmeisterschaft, an der auch andere Länder als nur die skandinavischen teilnehmen dürfen", wie Apitz sagt, "da kein Ausrichter für eine WM gefunden wurde." Der neue Gruppenleiter ist vielen Sportlern auch als Triathlet bekannt. Erst 2009 hatte er beim Iron Man auf Hawaii den 18. Platz unter 250 Startern seiner Altersklasse geholt.
Stützpunkt-Kommandeur Kapitän zur See Heino Lingner hob in seiner Rede besonders die Verdienste Bernhard Theis’ hervor, der 1986 als Sportler in der Gruppe begann und 1992 in seiner Doppelfunktion als Leiter und Trainer mit seinen Sportlern die Jagd nach den Medaillen aufnahm. "Ohne Sie hätte die Sportfördergruppe nicht das werden können, was sie heute ist", so Lingner.
An die Anfänge der Sportfördergruppe erinnerte Rüdiger Matzat. Der ehemalige Chef der Eckernförder Kampfschwimmerkompanie war 1967 mit der ersten Teilnahme Deutschlands an dem Militärwettbewerb betraut gewesen. Damals meldeten sich die Teilnehmer freiwillig und trainierten in ihrer Freizeit an Wochenenden unter ihrem Trainer, dem Zivilisten Willi Quast. In den ersten Jahren waren Platzierungen "noch nicht einmal am Horizont zu sehen", so Matztat. Das sollte sich ändern, als die Kompanie 1976 keine Soldaten abstellen wollte und sich Willi Quast weigerte, ohne die besten Sportler zur WM zu fahren. Erst dann wurde eine qualifizierte Gruppe als "Lehrgang" zusammengestellt, der die ersten Medaillen holte. Bernhard Theis wurde von Willi Quast als Nachfolger ausgesucht - und hat ihn nicht enttäuscht.
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