ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Ein Geschenk für kleine Leseratten

02. Oktober 2010 | 04:40 Uhr | Von Arne Peters

Die Fritz-Reuter-Schule beteiligt sich auch im fünften Jahr beim Projekt "Lesen macht stark", bei dem jeder Schüler der fünften Klasse zusätzliches Arbeitsmaterial erhält. Foto: peters

Eckernförde. Lesen ist eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen - wer nicht richtig lesen kann, hat es schwer im Leben. Deshalb hat das Bildungsministerium im Jahr 2006 ein neues Programm aufgelegt: "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark" heißt es und soll mit zusätzlichen Lehrerstunden und Lehrmaterialien die Lesekompetenz fördern. Eine der ersten Schulen im Land, die sich an dem Programm beteiligte war die Fritz-Reuter-Schule. Mittlerweile nimmt sie im fünften Jahr an dem Programm teil und hat auch gestern ihre Fünftklässler mit einem "Lesefest" auf die zusätzliche Förderung vorbereitet.

Beim Lesefest haben die Schüler der beiden fünften Klassen gestern neun Stationen durchlaufen, an denen sie unterschiedliche Aufgaben lösen mussten: beispielsweise Rätsel in Gedichtform lösen oder angefangene Geschichten selbst weiterschreiben. Nicht nur Lehrer betreuten die einzelnen Stationen, sondern auch die Schüler der sechsten Klassen. "Sie haben im vergangenen Jahr selbst als Fünftklässler die Stationen durchlaufen und sind jetzt die Fachleute", erklärte Deutschlehrerin Helma Böhmer, die das Lesefest als ausgebildeter "Lesecoach" organisiert hatte. Zum ersten Mal beteiligte sich auch die Stadtbücherei mit einer eigenen Station an der Veranstaltung, befragte die Schüler unter anderem nach ihren Lieblingsbüchern und loste am Ende noch einige Preise aus. Am Ende kam auch Schulrat André Berg, der den Kindern ihre Schulmaterialien - Ordner mit Arbeitsbögen - überreichte. Sie sollen die Schüler bis zu ihrem Abschluss begleiten.

Das Projekt "Niemanden zurücklassen" ist mit rund 40 000 Schülern allein in Schleswig-Holstein das größte Leseförderprojekt deutschlandweit. Untersuchungen zeigen, dass die Lesekompetenz in den vergangen Jahren deutlich verbessert werden konnte und damit dem Ziel, die Risikogruppe der leseschwachen Schüler innerhalb von drei Jahren deutlich zu verkleinern, entsprochen worden ist.

Für das Projekt werden der Fritz-Reuter-Schule sechs Lehrerwochenstunden zur Verfügung gestellt, die Kollegen werden in das Projekt eingewiesen und fortgebildet. Die Unterrichtsmaterialien inklusive Ordner sind bisher kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Für sie werden angesichts der Finanzlage des Landes in Zukunft wahrscheinlich ein Kostenbeitrag erhoben. Mit den Kindern wird bei dem Projekt nicht nur Lesen geübt, sondern auch über Lesehemmnisse und Motivation gesprochen.


 

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