ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Konzentration der Feuerwehr soll Geld sparen

31. Oktober 2009 | Von Doris Smit

Der anstehende Ersatz für das Krusendorfer Löschfahrzeug gab den Anstoß für die Überlegungen von SPD und UBS, die Standorte der Feuerwehr auf Surendorf und Sprenge zu konzentrieren. Foto: Smit

Der Antrag von SPD und UBS, den Feuerwehrstandort in Krusendorf aufzugeben, sorgte für Aufregung im Bauausschuss.

Schwedeneck. Noch keine neuen Erkenntnisse brachte die Bauausschusssitzung am Donnerstag bezüglich der Diskussion um die Ersatzbeschaffung eines Feuerlöschfahrzeugs für die Wehr in Krusendorf. Eine weitere Sitzung ist für Mittwoch, 18. November, geplant.

In einem gemeinsamen Antrag von SPD und UBS, die gemeinsam mit jeweils fünf Sitzen in der Gemeindevertretung die absolute Mehrheit haben, wird gefordert, "den Brandschutz in der Gemeinde mittelfristig über die Konzentration auf die Standorte Surendorf und Sprenge sicherzustellen". Damit sollen die Kosten für diese gemeindliche Aufgabe gesenkt werden und die Schließung eines Standorts für 2011 nach sich ziehen, heißt es dort. Nicht zuletzt deshalb erschien zur Sitzung die komplette Krusendorfer Feuerwehr, und neben Ortswehrführer Rüdiger Berg waren auch Amtswehrführer Hans-Jürgen Hilbert und sein Stellvertreter Diedrich Bock sowie Gemeindewehrführer Hermann Schnoor dabei, als die Notwendigkeit sowohl eines Ersatzfahrzeugs für den 30 Jahre alten Mercedes als auch der Krusendorfer Wehr an sich erörtert wurde. "Die Gemeinde ist Träger des Brandschutzes, das ist gesetzlich festgelegt", stellte Bürgermeister Sönke-Peter Paulsen (CDU) fest. Er hatte Kreisbrandmeister Hans Lohmeyer um Stellungnahme zur aktuellen Situation in Schwedeneck gebeten. Lohmeyer hatte die Ersatzbeschaffung eines TSF W (Tragspritzenkraftfahrtzeug mit Wasser) empfohlen und eine Förderung in Höhe von 25 Prozent in Aussicht gestellt. Es gehe hier nicht um eine freiwillige Leistung, und jeder Gemeindevertreter müsse sich bewusst machen, was passieren kann, wenn der Gemeinderat in dieser Sache bewusst rechtswidrig handele, so der Bürgermeister. "Es soll hier kein Luxus betrieben werden, sondern nur das investiert werden, was nötig ist, damit der Brandschutz weiterhin ausreichend gewährleistet werden kann", machte Gemeindewehrführer Hermann Schnoor deutlich.

Als "eher überversorgt" mit der Anzahl der Standorte bezeichnete der Ausschussvorsitzende Roland Bartz (SPD) die Gemeinde und verwies auf ein Brandlastgutachten von 2002. Er lehnte die Ersatzbeschaffung des TSF W, die knapp 140 000 Euro kosten würde, vehement ab. "Ich bin äußerst skeptisch, was die neuen Gutachten angeht und - ja, ich fühle mich in dieser Sache kompetent", sagte er, räumte aber ein, sich weder mit Fachleuten unterhalten noch die betreffenden Gesetzestexte gelesen zu haben. "Kein Gesetzgeber wird eine Gemeinde mit unserer Versorgung zwingen, ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen", war Bartz sich sicher.

"Ich bin enttäuscht, dass wir bei so einer Entscheidung nicht vorher gefragt wurden", machte Amtswehrführer Hilbert seinem Unmut Luft. "Sie haben da große Denkfehler drin. Wir sollten uns vor der nächsten Sitzung zusammen an einen runden Tisch setzen und diese verantwortungsvolle Entscheidung gemeinsam treffen", regte er an. So wurde es dann mehrheitlich beschlossen.

Weitere Themen:

. Der Kreis hat die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde auf der Osdorfer Landstraße abgelehnt. Der Bauausschuss wird keine weiteren Anstrengungen unternehmen.

. Das Amt ist gefordert bis zur ersten Bauausschusssitzung 2010, mindestens zwei Anbieter ausfindig zu machen, die der Gemeinde weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Installation von Photovoltaikanlagen auf gemeindlichen Dachflächen liefern können.


 

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