ECKERNFÖRDER ZEITUNG
"Gewölbe des Himmels"
"Das ist Kunst - Fotokunst!"
Erfolgslied: "Bring a little Love" - die "Twedter Spatzen" singen mit dem Musiker Frank Rühmann, genannt "Kramer". Der Kinderchor aus Angeln hatte einen Wettbewerb für ein Projekt des Flensburger Musikers zu Gunsten von Kindern gewonnen und mit ihm zusammen in einem Tonstudio den nunmehr bekannten Weihnachts-Popsong aufgenommen. Foto: Marco Erhardt
Kiel. Sie war in der Weihnachtszeit entstanden und für einen guten Zweck versteigert worden - die Fotoserie "Gewölbe des Himmels". Die mannshohen Bilder sind am Freitag in einer Festveranstaltung im Kieler Landtag an sieben Kirchengemeinden im Norden überreicht worden. Christian Danz, Regionalleiter Schleswig-Holstein des Augenoptikers Fielmann, übergab der Vicelinkirche Neumünster, der St. Jürgen-Kapelle Itzehoe, der Marienkirche Lübeck, dem Dom in Schleswig, sowie der Kirchen in Waabs und Rellingen die sieben überlebensgroßen Fotografien, die die Gewölbe ihrer Kirchen aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigen.
Die Fotos - jede aus 60 Einzelaufnahmen zusammengesetzt - waren in einem gemeinsamen Medienprojekt des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) und der Nordelbischen Kirche entstanden. Professor Günther Fielmann hatte die Bilder ersteigert und gab sie nun zurück in die Hände der Kirchengemeinden. Der Erlös geht an das "wellcome"-Projekt in der Evangelischen Familienbildungsstätte in Schleswig.
"Kultureller Reichtum Schleswig-Holsteins"
Landtagspräsident Torsten Geerdts (CDU) unterstrich, dass die Fotos "uns den kulturellen Reichtum Schleswig-Holsteins vor Augen führen. Von Flensburg bis Rellingen, von früher Gotik bis zum Barock ist alles zu finden". Er dankte genauso wie Bischof Gerhard Ulrich den drei sh:z-Fotografen Marcus Dewanger, Michael Ruff und Michael Staudt "für den ganz neuen Blick" auf die Gotteshäuser. Die Bilder zeigten durch ihre Aufnahmetechniken in besondere Weise die Pracht der Innenräume der Kirchen. "Das ist Kunst - Fotokunst!" Nicht zuletzt dankte der Bischof Professor Fielmann für dessen großzügiges Gebot: "Herr Fielmann gehört vorbildlich zu denen im Lande, die ernst machen mit der Verantwortung zum Teil dessen, was uns gegeben ist."
Insgesamt sechs Bieter waren im Rennen gewesen. Doch Brillen-Fabrikant und Mäzen Fielmann - in jungen Jahren selbst begeisterter Fotograf - hatte die Nase vorn: Er bot 7000 Euro für den siebenteiligen Fotozyklus. Stellvertretend begründete Regionalleiter Danz am Freitag vor rund 120 Festgästen das Engagement seines Chefs damit, dass die ungewöhnlichen Perspektiven "die Augen öffnen" für die Kulturgüter des Landes. "Herrenhäuser, Kirchen und Schlösser, Gärten und Parkanlagen sind Ausdruck des kulturellen Reichtums unseres Landes". Dieses Erbe gelte es für zukünftige Generationen zu bewahren.
"Die Menschen schauten hin, fragten sich: Ist das wirklich meine Kirche?", fasste der Sprecher der Chefredakteure der medien holding:nord, Stephan Richter, die Reaktion auf die Fotoserie zusammen. "Plötzlich erwacht neues Interesse an den Jahrhunderte alten Bauten", sagte der Initiator der Serie. Umso schöner sei es, dass die auf Leinwand gezogenen Foto-Originale durch das großzügige Engagement von Fielmann nicht in eine Privatsammlung übergehen, sondern den jeweiligen Kirchengemeinden geschenkt werden.
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