ECKERNFÖRDER ZEITUNG
300 Waldorf-Delegierte begeistert vom hohen Niveau des Circus Radefiz
Eckernförde. "Wir wünschen uns eine ebensolche Nachhaltigkeit mit dieser hohen Qualität in unseren Arbeitsgruppen", meinte Birgitt Beckers, Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen und Waldorflehrerin in Nordrhein-Westfalen am Sonnabendvormittag nach den Darbietungen des Circus Radefiz im Rahmen der Delegiertentagung in der Waldorfschule Eckernförde. Erstmals seit ihrem 25-jährigen Bestehen war die Freie Waldorfschule Eckernförde Gastgeber für die Delegiertentagung mit 300 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet.
In Anwesenheit von Bürgermeister Jörg Sibbel wurde in der Aula aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums des Schulcircus Radefiz im Rahmen der Monatsfeier ein flottes Unterhaltungsprogramm vorgestellt, das durchaus gewollt Bezug auf die Aufgabenstellung der Waldorfpädagogik nahm. Alle Klassen von den integrativen Förderklassen bis zur 13. Abitur-Klasse waren an diesem bunten Programm beteiligt. Das Publikum in der Aula erlebte eine abwechslungsreiche Performance mit "Werkstatt-Charakter", moderiert vom Circusdirektor Ralf Brandhorst. In der Manage und unter gespannten Segeln an der Decke zelebrierten die Schüler neben klassischer Musik von Brahms und Bizet, über anspruchsvolle Lyrik, eigene Texte inspiriert durch ein Bild von Caspar David Friedrich, ihre ganz eigene Show mit anspruchsvollen künstlerischen Aspekten. Zur Musik von Edvard Grieg wurden Eurythmie-Tänze vorgeführt oder ein Drachenzug zur James-Krüss-Vorlage "Lindwurm" erfreute die Zuschauer. Fliegende Toreros beeindruckten das Publikum mit einem tollen Salto-Potpourri. Ein "Ma-Donna Summer"-Double röhrte den Song "Freedom" mit einem Begleitchor, der im krassen Kontrast aus drei "Raumdompteusen" gebildet wurde. Begeistert zeigten sich die zahlreichen Delegierten und Gäste von der mutigen Luftakrobatik am Band und am Reifen, ohne Netz und in rund zehn Metern Höhe. "Eine solch hohe Qualität haben wir noch nie erlebt", sagte der Pressereferent Peter Augustin aus Stuttgart.
Ziel der Delegiertentagung ist es, wichtige Themen zur Lehrerbildung anzusprechen, zu diskutieren und darüber zu beraten. Dies auch im Hinblick auf das neue Zentralabitur. Die Tagung wurde mit einem Vortrag von Anna Seydel am Freitagabend eröffnet: "Schülererkenntnis im Spiegel von Lehrerindividualität und Konferenzgemeinschaft". Nach dem Festakt am Sonnabendvormittag mit dem 17 Darbietungen umfassenden Rahmenprogramm aus Musik, Kunst, Lyrik und Akrobatik begaben sich die Arbeitsgruppen hoch motiviert in Klausur. Die Teilnehmer an den Arbeitsgruppen waren zuvor per Losverfahren ermittelt worden. Anna-Katharina Schmiedehausen hielt für die Waldorfschule nach dem "Circus-Erlebnis" noch einen kurzen Schulbericht. Die Waldorfschule bemühe sich, ihre drei Profil-Säulen - Musik, Eurythmie und der handwerklich künstlerische Bereich - auch für die kommenden Schülergenerationen aufrecht zu erhalten. "Der Circus ist als kreative Verbindung für die kleinen und großen Schüler gegründet worden und setzt bis heute die Impulse, die uns die Rahmenbedingungen möglich machen." Alle drei Profile werden durchgängig unterrichtet und begleiten die Schüler teils bis zur 13. Klasse, wobei in diesem Schuljahr erstmals das Zentralabitur abgelegt wird.
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