ECKERNFÖRDER ZEITUNG
17 000 Fans jubeln Mark Medlock zu
Damp. 17 000 Besucher - mit so vielen Gästen hatten selbst Veranstaltungsleiterin Ulrike Dallmann und Christine Tiedemann von "Tiedemann Art-Production" nicht gerechnet. Aber der Stargast von "Damp Musica", Mark Medlock, war halt eine ganz andere Nummer als das, was das Ostseebad bisher gesehen hat. Die Bühne war mit zwölf mal sieben Metern deutlich größer als sonst, außerdem wurde das Sicherheitskonzept aufgestockt: 24 Security-Kräfte waren im Einsatz, Mitglieder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hielten zu Wasser und Mitglieder der DLRG an Land Ausschau nach Hilfebedürftigen. Die Sanitäter des DRK waren mit zwei Krankenwagen vor Ort, und die Kameraden der Damper Feuerwehr regelten den Verkehr. Zudem gab es zwei Bus-Shuttles - je einen von Eckernförde und von Kappeln nach Damp. Insgesamt waren rund 150 Menschen im Dauereinsatz, um das groß angelegte Open-Air mit "N-Joy the Party" am Strand zum Erfolg zu führen.
Für Jennifer Karsch aus Eckernförde und Sylvia Feddersen aus Rieseby war der Abend, schon bevor Mark Medlock um 21.15 Uhr die Bühne betrat, ein Erfolg. Die beiden hatten das von N-Joy und der Eckernförder Zeitung verloste Meet and Greet gewonnen und durften ihren Star vor dem Konzert treffen und Fragen stellen. Das gestaltete sich aber plötzlich zum Problem. Denn vor lauter Aufregung waren die vielen Fragen wie weggeblasen, erklärte die 44-jährige Sylvia Feddersen. Sie kommentierte ihr Treffen mit ihren Star später mit "ein Traum". Ihr gefällt Medlocks freche Art, die sie auch gleich übernahm, als der Sänger meinte: "Ich unterschreibe erst in Deinem Buch, wenn Du mir eine Frage stellst", und die Riesebyerin darauf antwortete: "Kannst Du bitte in mein Buch schreiben?" Das machte Eindruck bei dem Popstar. Er hörte sich, gar nicht so aufgedreht wie im Fernsehen, die Geschichte von Sylvia Feddersen an, die kürzlich an Multiple Sklerose (MS) erkrankte, in Damp zur Reha war und die mit Hilfe seiner Musik wieder auf die Beine gekommen ist. "Der Bohlen macht’s möglich", kommentierte der Popstar dies und verriet, dass er seinen Produzenten Dieter Bohlen sofort heiraten würde. Seine Zuneigung für den "Pop-Titan" stellte Medlock auch während seines Konzertes immer wieder in den Mittelpunkt: Mit "Jetzt singe ich Dieters Lieblingslied" oder "Das ist ein Lied, das Dieter für mich geschrieben hat", leitete er viele der Songs ein, die zum Teil von seinen fünf Alben kamen oder gecovert wurden.
Susanne Viet aus Wiehl gefiel es. Medlock sei etwas Besonderes, sagte sie. Seine Musik bedeute "Sommergefühl pur". Dass der Sänger am Strand von Damp auftrat, war für sie ein gelungener Abschluss des Urlaubs, denn gestern ging es wieder nach Hause. Sie ist mit ihrer Familie immer in Booknis auf dem Campingplatz, um möglichst nah an Damp zu sein, erklärte sie. "Hier ist immer so viel los. Da kann man schnell mal zum Feiern vorbeikommen."
Feiern wollten auch Toby, Stefan, Jens und Arne von der Kieler Rockband "D.E.P.". Obwohl die Popmusik von Mark Medlock nicht so ganz ihr Stil ist, freuten sie sich, auf einer Open-Air-Bühne direkt am Strand zu stehen. Konzerte unter freiem Himmel seien immer etwas Besonderes, weil irgendwann jeder Club auch gleich aussehe, erklärte Toby. Außerdem wollten sie nach ihrem Auftritt am Sonnabendnachmittag später noch das Konzert des Stargastes ansehen, denn: "Die Band von Mark Medlock ist echt super." Von dieser Band könnten sie sich durchaus etwas abschauen.
Kaum ist "Damp Musica" 2010 Geschichte, planen Ulrike Dallmann und Christine Tiedemann schon fürs nächste Jahr. Sie wollen sich dann verbessern und wieder drei Tage Programm bieten, das steht fest. "Ich würde gerne Nachwuchsbands zu uns auf die Bühne holen", kündigt Dallmann an.
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