ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Verbotsschilder beseitigt: Bürgermeister verärgert über "Selbstjustiz"
Manfred Pohl (li.) und Kay Roland am Beginn des Plattenwegs, wo das Schild mit Gewalt in den Knick gedrückt wurde. Foto: ame
Wolfskrug. Über den einen oder anderen Urlauber, der von seinem Navigationsgerät durch den Moorweg zur Autobahn gelenkt wird, beschwert sich Kay Roland nicht. Und natürlich könnten auch die Jagdpächter und Parzellenbesitzer den rund zwei Kilometer langen Plattenweg benutzen. Kay Roland will sich keineswegs mit seinem idyllischen Hof abschotten. Doch die tonnenschweren Gülletransporter und landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind ihm ein Dorn im Auge. Für einige Landwirt ist der Weg durch den Moorweg der kürzere Weg zu ihren Flächen, daher umfahren sie die Kreisstraße. "Vor allem nach dem Frost und nach starken Regenfällen saugt sich der Moorboden mit Wasser voll", berichtet er. "Die Platten auf dem Weg liegen dann wie auf einem Schwamm." Nicht nur die Straße hat bereits deutliche Risse durch den Schwerlastverkehr bekommen. Außerdem würden der Weg geradezu in Schwingungen gebracht werden, hat Roland beobachtet. Schwingungen, die sich auch auf sein Haus auswirken. "Das Haus wackelt", sorgt er sich um sein Gebäude.
Nachdem Kay Roland die Gemeinde Güby darüber informiert hatte, reagierte diese prompt. Nach Rücksprache mit der Verkehrsaufsicht des Kreises wurden vorn einigen Wochen an beiden Enden der Straße Verbotsschilder aufgestellt: "Anlieger frei - kein Durchgangsverkehr". Und die Wirkung stellte sich rasch ein. "Es wurde deutlich ruhiger ", sagte Roland, bis vor wenigen Tagen, als er schon von weitem wieder die Schwerlaster anrollen hörte. "Dann erfuhr ich, dass jemand die Schilder entfernt hat", sagte Roland. Eines wurde fachmännisch mit einem Rohrschneider abgetrennt, das andere in den Knick gedrückt. "Hier wurde der Täter wohl gestört", meinte Roland, der auch einen Verdacht hat, wer die Schilder beseitigt hat, "denn ein dummer Jungenstreich war das nicht." Bürgermeister Manfred Pohl hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet. "Diesen Fall von Selbstjustiz lassen wir uns nicht gefallen", so Pohl, der auch zusicherte, dass die Schilder wieder aufgestellt werden.
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