ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Rettung für das Leuchtturm-Café
Strande. Anstrengende, zermürbende Wochen liegen hinter Petra Jarray: Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck hatte vor, den Bülker Leuchtturm für die Öffentlichkeit zu schließen und den Pachtvertrag für die Fläche, auf der die Stranderin ein Café betreibt, zu kündigen. Heute aber kann Petra Jarray wieder strahlen: Das WSA hat einen Alternativstandort für den Pavillon angeboten. Und auch der Leuchttum bleibt trotz der dort zu installierenden Radaranlage für Besucher geöffnet.
"Gott sei Dank hat sich alles zum Positiven gewendet", sagt Petra Jarray erleichtert. Nach Bekanntgabe der Pläne des Amtes habe sie viel Zuspruch bekommen. Dann brach das Geschäft ein. "Jeder kam noch mal - zum Tschüßsagen", erinnert sie sich. Doch die Politik schaltete sich ein, die Angelegenheit landete im Petitionsausschuss des Bundestages. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Anwalt und Strander Bürger Wolfgang Kubicki, übernahm die Interessenvertretung für Petra Jarray. Und 6000 Unterschriften von Bürgern machten deutlich, wie wichtig der Leuchtturm Bülk für die Menschen ist - nicht nur die Touristen, sondern auch die Einheimischen. Jarray: "Ohne sie hätten wir das Ziel, einen Kompromiss zu finden, nicht erreicht."
Der sieht vor, dass das Café im Pavillon, das die Stranderin seit zwei Jahren neben dem Leuchtturm betreibt, an dem sie seit 20 Jahren wohnt, noch gut ein halbes Jahr an seinem Standort stehen bleiben kann. Dann wird es umziehen auf eine Fläche 30 Meter weiter an die Förde heran. Das Versetzen wird etwa eine Woche dauern. Bis zur Kieler Woche Ende Juni soll alles fertig sein, kündigt Petra Jarray an.
Die Nachricht sorgt auch bei der Gemeinde für Erleichterung. "Wir sind froh, dass das Kulturerbe Leuchtturm zugänglich und die gastronomische Versorgung an dem Punkt erhalten bleibt", erklärte Bürgermeister Udo Lüsebrink. Eventuell stellt die Gemeinde noch einen Teil ihrer Flächen in dem Bereich für Außensitzplätze am Café zur Verfügung.
Petra Jarray geht gestärkt aus der Krise hervor. "Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk", sagt sie mit Blick auf das Angebot der WSA, mit dem ihre Existenz in Zukunft gesichert ist. "Wir starten mit neuen Kräften ins Jahr 2009, um das hier alles noch schöner zu machen." Das Geschenk einer Freundin, die ihr in den vergangene Wochen beigestanden hat, wird aber seinen Platz hinter dem Tresen behalten - ein mit Marienkäfern beklebter Bilderrahmen, der den Spruch einfasst: "Auch mit Steinen, die uns in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen."
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