ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Neue Kräfte fürs Museum
Uwe Karstens (r). wird gemeinsam mit Wolfgang Schlewitz das Heimatmuseum weiter entwickeln, wenn er auf der Jahresversammlung am Freitag gewählt wird. Foto: Meise
Gettorf. Im Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein steht ein Wechsel an: Hans Christian Sacht wird auf der Jahresversammlung am Freitag seinen Posten als stellvertretender Vorsitzender und damit auch die Leitung des Heimatmuseums abgeben. Die Aufgabe werden künftig - ihre Wahl vorausgesetzt - Uwe Karstens und Wolfgang Schlewitz übernehmen.
Mitglied im Vorstand der Hüttener Feuerversicherung, Vorsitzender des Agrar-Oldtimer-Clubs, Vertreter des Dänischen Wohlds in der Heimatgemeinschaft, Schriftführer im Kreismuseumsverein - es ist nicht gerade so, dass Uwe Karstens aus Revensdorf nicht wüsste, wohin mit seiner freien Zeit. Dennoch hat er sich bereit erklärt, die Nachfolge von Hans Christian Sacht im Windmühlen- und Verschönerungsverein anzutreten, in dem er bisher Schriftführer war. "Mein Vater hat schon als Junge beim ersten Heimatmuseum in Gettorf mitgemacht, das hat schon früh auch mein Interesse geweckt", erklärt Karstens. Als dann auch noch der NDR eine Geschichte aus dem alten Gettorf, "De Spökelweber", auf seinem Hof drehte, fand auch er den Weg zum Museum und in seinen Trägerverein. Er sei das Faktotum von Gettorf, kenne sich gut in der Gegend aus und gehöre mit seinen 55 Jahren mit Abstand zu den wenigen jüngeren der derzeit 99 Mitglieder, nennen seine Mitstreiter Argumente, warum gerade er als stellvertretender Vorsitzender so gut geeignet ist.
Weil er als Landwirtschaftsmeister noch voll im Beruf steht, wird Wolfgang Schlewitz ihn im Museum unterstützen. Der 71-Jährige ist von Rostock nach Gettorf gezogen und suchte nach seiner Pensionierung vom Dienst bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel eine sinnvolle Beschäftigung. Über seine Nachbarin kam er zum Museumsteam, wo er sich gemeinsam mit Klaus Büttner an die digitale Katalogisierung der mehreren tausend Exponate des Museums machte.
Den Weg, den Sacht eingeschlagen hat, wollen Schlewitz und Karstens "in grober Richtung" weiter verfolgen, die Ausstellung allerdings etwas umgestalten und Schwerpunkte setzen, so dass die Jugend noch mehr angesprochen wird, erklären die beiden. Insbesondere bei den Gettorfer Schulen wollen sie den Bekanntheitsgrad der Sammlung steigern, die vor 16 Jahren ihren Anfang mit dem Seidel-Zimmer nahm - der Zusammenstellung hauswirtschaftlicher Geräte des 19. Jahrhunderts von August Seidel, Heimatforscher, Lehrer und Mitbegründer der Heimatgemeinschaft. Angebote wie beim Aktionstag rund um die Mühle "Rosa" oder innerhalb des Ferienbegleiters sollen bestehen bleiben, kündigt Karstens an. In der heutigen Zeit gehe es darum, die Kinder zu erden, indem sie beispielsweise selbst erleben können, wie aus dem Korn das Brot wird. Das ist für ihn "eine dankbare Aufgabe".
Außer der Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden steht in der Jahresversammlung am Freitag um 19.30 Uhr in der Mühle auch die Nachbesetzung des Schriftwarts an. Außerdem wird der derzeitige Vorstand seinen Bericht geben.
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