ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Mühlenberger Loch

BUND zeigt Deutschland bei der EU an

04. Februar 2012 | 09:00 Uhr | Von mlo

Für die Zerstörung eines Süßwasserwattgebiets sollte Hamburg Ausgleich schaffen. Doch das sei nur unzureichend geschehen, beklagen Naturschützer. Durch eines soll sich bald die A20 ziehen.

Hamburg. Vor zwölf Jahren hatte Hamburg einen Teil des Mühlenberger Lochs zugeschüttet, um Platz für die Produktion des Airbus A380 zu schaffen. Weil dabei ein Süßwasserwatt mit höchstem EU-Naturschutz zerstört wurde, muss die Stadt für Öko-Ausgleich sorgen. Doch den, so beklagt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), habe Hamburg nie wirklich geliefert. Die Umweltschützer der Stadt haben nun bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht. Ziel ist die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland. BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch: "Wir gehen davon aus, dass Brüssel sich das nicht länger gefallen lässt." Er hofft nicht nur, dass die EU die Erfüllung der alten Zusagen einfordert, sondern als "Strafe" für langes Nichtstun zusätzliche Kompensationsmaßnahmen verlangt.

Das Ausgleichskonzept von 2000 ist laut Bund ein einziges Torso. Von den drei angekündigten Maßnahmen sei nur eine umgesetzt - und die nur unbefriedigend. Zwar wurde auf der Elbinsel Hahnöfersand der Deich zurückgelegt, um neues Süßwasserwatt zu schaffen. Für die aus dem Mühlenberger Loch vertriebene, geschützte Löffelente sei dennoch kein ausreichender Lebensraum entstanden. Statt der prognostizierten 1000 Tiere würden dort in den Rastzeiten höchstens 100 gezählt.

A20 duch die Ausgleichsflächen

Noch unzufriedener sind die Naturschützer mit den beiden anderen Ausgleichsmaßnahmen in Schleswig-Holstein. In der Hörner Au (Kreis Steinburg) seien lediglich 100 der zugesagten 400 Hektar Naturfläche geschaffen worden. Was Braasch besonders ärgert: Durch das Gebiet solle die Autobahn 20 gebaut werden, wodurch das gesamte Vogelschutzgebiet bedroht sei.

Lange überfällig ist schließlich auch das dritte Stück im Ausgleichspuzzle. Zunächst hatten Gerichte auf Klagen von Naturschützern die Maßnahme in der Haseldorfer Marsch (Kreis Pinneberg) untersagt. Doch auch der Ersatz in den Borghorster Elbwiesen (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist nach nun fünf Jahren Planung noch nicht umgesetzt.


 

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