ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Hoher Silberpreis belastet Etat der Bürgerschützengilde

16. Mai 2011 | 04:30 Uhr | Von Petra Klatt

Der Vorsitzende der Eckernförder Bürgerschützengilde, Gunter Niemann (rechts) und Neuaufnahme Bertold Gerlach mit seinen Paten Majestät Günter Haß und Joachim Bosse (v. r). Fotos: Klatt

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Frühjahrsversammlung im Stadthallenrestaurant: Vorstand stellt Sparüberlegungen an

Eckernförde. Der rasant gestiegene Preis für Silber hat auch Auswirkungen auf die Eckernförder Bürger schützengilde. Weil sie Silberpreise vergibt, kneift es nun finanziell.

Der Kassenbericht von Schatzmeister Kai Wiese auf der Frühjahrsversammlung der Eckernförder Bürger schützengilde von 1570 im Stadthallenrestaurant brachte den Vorsitzenden Gunter Niemann zu dem Fazit: Die Gilde stehe finanziell noch auf gesunder Basis. Noch, denn es wurde deutlich, dass die Beschaffung für die Munition von 400 Euro aufgrund der inzwischen gestiegenen Silberpreise auf 1200 beziehungsweise sogar 1600 Euro gestiegen sei. Dies mache nachdenklich auch in Bezug auf den Einkauf der traditionellen Silberlöffel (sieben werden benötigt, das Stück kostet derzeit 185 Euro) und der Silbernen Suppenschöpflöffel (um 700 Euro). Letztere werden jeweils an die regierende Majestät überreicht. Darüber hinaus sei auch der Zuschuss seitens der Stadt auf 600 Euro festgesetzt worden. Zu diesen Bereichen würde der Vorstand nochmals Gespräche führen oder über Alternativen beraten.

Eine weitere Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sei jedenfalls nicht wünschenswert, derzeit beträgt der Jahresbeitrag 150 Euro. Auch Schützenmeister Kelvin Stapelfeldt ging in seinem Bericht nochmals auf die Situation der Munitionsbeschaffung ein. "Wir müssen einfach unsere Schießleistung verbessern", meinte er, wobei er einschränkend hinzufügte, dass der Munitionsverbrauch beim Vogelschießen während der Gildefeier sehr abhängig vom Wind sei. "Unser Verbrauch geht von 270 bis 700 Schuss," stellte der Schützenmeister fest. Dennoch werde es bei vier Pflichtschießen bleiben und auch bei der Tradition, dass neue Gildebrüder erst nach vier Jahren auf den Vogel schießen dürften. Das erste Pflichteinschießen findet am 20. Mai in Bohnert statt. Einig waren sich die Gildebrüder darin, dass die Tradition bewahrt bleiben müsse, nur man müsse neue Wege finden, um Geld zu sparen.

Schwierig wäre zudem die Situation bei den Grünuniformierten, stellte Gildeoberst Lars Vondenhoff fest. Es gebe Probleme Nachwuchs zu finden. Auch Majestät "Günter de Architektonische (Günther Haß) schilderte ähnliche Schwierigkeiten bei der Aktivierung neuer Gildebrüder. Er und Joachim Bosse gingen dann mit gutem Beispiel voran und schlugen Bertold Gerlach, Betreiber einer EDV-Schule, als neues Mitglied vor. Gerlach wurde in der traditionellen Handlung der geheimen Abstimmung mit blauer und gelber Kugel - der sogenannten Ballotage - mit überwältigender Mehrheit in den Kreis der Gildebrüder aufgenommen.

Der umgehende Spendentopf erbrachte 331 Euro und soll der Kindergilde zugute kommen. Spontan wurde ein zweiter Spendentopf als Zuschuss für den Einkauf neuer Munition herumgeschickt.

Die diesjährige Gildefeier der Eckernförder Bürgerschützengilde startet am 13. und 14. Juni mit dem Gildeappell im Gildehaus Ratskeller und endet mit dem Königsball am 18. Juni im "Saal 71". Das Grün als Schmuck für die Gildestätten wird von den Gildebrüdern in Eigenleistung im Marienthaler Wald geschlagen, wie auch der Gildevogel sowie der Zeltauf- und -abbau komplett in Eigenleistung der Gildebrüder erfolgt.


 

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