ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Geigenspiel für "Unkraut im Paradies"
Eckernförde / Kiel. Im 25.Jubiläumsjahr des Schleswig-Holstein Musik Festivals steht das Land Polen im Mittelpunkt, wohl auch weil der berühmte Sohn Frederic Chopin seinen 200.Geburtstag feiert. Und dieser fällt in den März. Aus diesem Anlass wird Polen auch beim diesjährigen Filmfestival "Augenweide" in Kiel das Partnerland sein.
Regisseur Bartosz Werner ist aus Polen und hat viele Jahre in Kiel gelebt. In dem Kinofilm "Unkraut im Paradies" hat Werner eine Familiengeschichte aufgearbeitet. "Lukas" - so der Arbeitstitel des Films - entstand in der Kieler Innenstadt und am Strand in Heikendorf. Für eine Liebesszene sollte eigentlich in Hamburg auf dem Dom gedreht werden. Doch weil die Zeit knapp wurde und auch das Budget nicht gerade üppig war, entschlossen sich die Filmemacher, nach Eckernförde auszuweichen. Dort wurde im August 2008 zur Zeit des Piratenspektakels in Borby die Liebesszene zwischen Lukas (Remo Schulze) und Meike (Klara Manzel) gedreht. Mit dabei der Musiker und Geiger Helmut Herzog. Über einen Musikerfreund wurde die Berliner Filmproduktion auf den Barkelsbyer aufmerksam. "Ich wurde angerufen, ob ich nicht mitmachen wollte, die brauchten einen Geiger," erinnert sich Herzog an sein Engagement. Obwohl der laufende Verkehr wegen der Dreharbeiten umgeleitet wurde, das Getümmel auf der Promenade groß war und das Team unter Zeitdruck stand, bezeichnete Herzog die Filmerei als "gemütlich". Die Szene wurde sozusagen direkt vor Ort entwickelt. "Es war eine dichte, anregende Kommunikation", kommentiert Herzog.
Er hat schon einmal für einen Film vor der Kamera gestanden. Damals Ende der neunziger Jahre hat er für Nadja Tiller in der NDR-Produktion "Holstein Lovers" Tangomusik gespielt. "Durch diesen Film wurde das Trio ’Tangodimar’ gegründet", weiß Herzog.
Der Film "Unkraut im Paradies" beschreibt die Phase eines heranwachsenden jungen Mannes auf der Stufe zum Erwachsenwerden. Ein Film, der schwerpunktmäßig für die jüngere Generation entwickelt wurde, doch auch für Eltern geeignet ist, so der Regisseur Bartosz Werner. Neben der Teampremiere im Rahmen des Filmfestivals "Augenweide" in der Kieler Pumpe (Kommunales Kino Kiel, Hassstraße) am heutigen Sonnabend um 16 Uhr mit anschließendem Umtrunk, wird der 83 Minuten lange Film auch auf dem 6. Filmfestival "Achtung Berlin - New Berlin Award" (Wettbewerb 14. bis 21. April) und in Schwerin auf dem 20. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern (Wettbewerb 4. bis 9. Mai) zu sehen sein. Am 20. Mai ist der deutsche Kinostart.
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