ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Ein gelungenes erstes Jahr
Altenholz. Gestern war es auf den Tag ein Jahr her, dass Carlo Ehrich das Ruder in der Altenholzer Verwaltung übernahm. Der Start war nicht immer einfach, und es galt, viele Hürden zu nehmen. Der Bürgermeister zieht dennoch eine positive Bilanz und blickt ebenso gestimmt auf das bevorstehende Jahr.
Die Zeit sei rasend schnell vergangen, sagt Carlo Ehrich, der in guter Erinnerung behalten hat, wie er sich mit seinem Vorgänger Horst Striebich in der Silvesternacht 2010 zur Übergabe von Schlüsseln und Amtssiegel traf. Noch immer ist es etwas Besonderes für ihn, das höchste Amt im Rathaus zu bekleiden. "Man trägt Verantwortung für die Kollegen und die Gemeinde, die Erwartungshaltung ist groß", sagt Ehrich. Das werde ihm durch Gespräche im Ort, die er als wertvoll empfindet, immer wieder bewusst. Die Zusammenarbeit mit dem Team der Verwaltung aus 37 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden hebt er besonders hervor. "Was von den Kollegen geleistet wurde ist phänomenal, und dafür bin ich dankbar", sagt der Verwaltungschef mit Blick auf die Elternzeit zweier Kolleginnen, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung fehlten, und auf die krankheitsbedingten Ausfälle, die von den Kollegen aufgefangen würden. Ehrich selbst hatte versucht zu helfen und zu unterstützen, wo es nur ging. "Der Zusammenhalt ist gut", sagt er. Nach einem teilweise "(zähne)knirschenden" Anfang mit der Politik laufe die Zusammenarbeit mit den Fraktionen mittlerweile auch so, wie er sich das gewünscht hat. Es werde anerkannt, dass er bereit sei, offen, konstruktiv und vertrauensvoll mit allen zusammenzuarbeiten, hat Ehrich festgestellt.
Eine große Hürde im vergangenen Jahr sei der Entwurf des Haushalts 2012 gewesen, der den erforderlichen Einsparungsbemühungen Rechnung tragen und trotzdem vom Großteil der Gemeindevertreter akzeptiert werden sollte. Dank des außerordentlichen Einsatzes der Finanzabteilung sei das gelungen - im Einvernehmen mit der Politik.
Eine weitere große Aufgabe sei der Vertrag zur Bildung der Förde-VHS mit Kiel und Kronshagen gewesen. "Ich bin dankbar, dass Dr. Ursula Dinse den Gedanken von Anfang an mit unterstützt hat", erklärt Ehrich. Es sei ein tolles Projekt, das zeige, dass interkommunale Zusammenarbeit für alle vorteilhaft und fruchtbar sein kann. Durch die Zusammenarbeit werde das Angebot der VHS in der Gemeinde gesichert.
Ebenfalls ein bedeutendes Thema war die Anhebung der Grundsteuer, um in den Genuss von Fehlbetragszuweisungen zu kommen. "Das war keine populäre, aber die richtige Entscheidung", sagt der Bürgermeister. Die zugewiesenen 203 000 Euro halfen der Gemeinde, im vergangenen Jahr erhebliche Liquidität zu sichern.
In den kommenden Monaten möchte Ehrich das Augenmerk verstärkt auf den Ortsteil Stift richten. Als die Sparkasse angekündigt hatte, ihre Filiale zu schließen, fühlten viele Bürger Stift an den Rand gedrückt, berichtet er. "Das sehe ich nicht so", betont Ehrich und verweist auf die Millioneninvestition für den Neubau der Grundschule. Das sei ein klares Bekenntnis zum Ortsteil gewesen. Für das Herrenhaus, die Ladenzeile und das Stegeltor zeichneten sich Entwicklungen ab, die die Verwaltung für die Beratung aufbereiten werde. Dabei gelte es, die Bürger mitzunehmen.
Außerdem steht auf der Agenda eine Bestandsaufnahme zur Beschaffenheit der Straßen und Kanäle in der Stettiner Straße und Nebenstraßen, um dort 2013 mit der Sanierung beginnen zu können. Mit riesigem Aufwand verbunden sein werde die Landtagswahl am 6. Mai, die Vorbereitungen dafür werden in den nächsten Wochen beginnen, kündigt Ehrich an. Auch die Umgestaltung von Fachbereichen, die sich aus dem Wechsel von drei Kollegen in die Ruhephase der Altersteilzeit ergibt, muss vorbereitet werden. "Was dadurch an Wissen und Erfahrung verloren geht, ist enorm. Ich hoffe, dass es gelingt, das aufzufangen", so Ehrich. Parallel dazu wird die Erweiterung der Edgar-Meschkat-Halle, der Abriss der Pavillons in der Posener Straße und der Bau einer Mensa für das Schulzentrum zur Beratung in den Fachausschüssen vorbereitet. "Mal sehen, was dann passiert", sagt Ehrich.
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