ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Der "Bürgermeister von Knoop" geht
50 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr Knoop, davon 32 Jahre als Wehrführer: Jürgen Lerche, jetzt Mitglied der Ehrenabteilung. Foto: Kersten
Altenholz. Mit 17 Jahren trat der in die Freiwillige Feuerwehr Knoop ein, die er 32 Jahre lang leitete. 22 davon war er zusätzlich als stellvertretender Wehrführer der Gemeinde aktiv. Zum Jahresende 2011 ist Jürgen Lerche in die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Knoop übergetreten. Gleichzeitig wurde er für 50 Jahre Feuerwehrdienst geehrt. Für den Ortsteil Knoop war Lerche mehr als ein Wehrführer - er war und ist eine Institution, von vielen auch liebevoll als "Bürgermeister von Knoop" bezeichnet. Wir sprachen mit Jürgen Lerche über seine Erfahrungen aus fünf Jahrzehnten Feuerwehrdienst.
Herr Lerche, wie sind Sie zur Feuerwehr gekommen?
Als junger Mann bin ich aus Kiel-Wik immer an den Alten Eiderkanal zum Angeln gefahren. Dort habe ich nicht nur meine spätere Frau kennen gelernt, sondern auch Männer aus dem Ort. Die haben mich mit zur Feuerwehr genommen, in der ich mich sofort sehr wohl gefühlt habe. Ich bin Mitglied geworden, obwohl ich in Kiel und danach in Altenholz-Klausdorf gewohnt habe. Erst später sind wir dann auch nach Knoop gezogen.
Was hat sich in der Feuerwehr verändert?
In erster Linie die Ausstattung, die auch eine neue Einsatztaktik möglich gemacht hat. Beispielsweise mit moderner Atemschutztechnik und Schutzkleidung können wir heute Menschen retten und wirkungsvoll Brände im Innenangriff bekämpfen, bei denen wir früher nur Wasser durchs Fenster gespritzt hätten. Durch die bessere Ausrüstung sind aber auch der Zeitaufwand für Ausbildungs- und Übungsdienste sowie der Verwaltungsaufwand größer geworden. Wir müssen aufpassen, dass dabei nicht die Kameradschaft zu kurz kommt.
Wie hat sich die Ausrüstung in Knoop verbessert?
Als ich anfing, stand in einer Garage des Gutes Knoop ein Anhänger mit Tragkraftspritze, der mit dem Trecker gezogen wurde. Dann haben wir uns gebrauchte Transporter, zum Beispiel einen alten Paketwagen von der Post, besorgt und selbst zu Einsatzfahrzeugen umgebaut. 1977 hat uns Familie Hischfeld die alte Gutsschmiede zur Verfügung gestellt, die wir zu einem richtigen Feuerwehrhaus umgebaut haben. 1984 bekamen wir dann mit unserem jetzigen Tragkraftspritzenfahrzeug das erste "neue" Fahrzeug. Jetzt brauchen wir dafür dringend Ersatz. Um auch tagsüber mit wenigen Einsatzkräften wirkungsvoll helfen zu können, ist ein Fahrzeug mit Wassertank notwendig.
Welche Erlebnisse bleiben besonders in Erinnerung?
Die Großfeuer auf den Gütern hier in Knoop und Projensdorf, von denen es in den 50 Jahren mehrere gab. Aber auch die gute Kameradschaft in der Wehr. Ob bei Versammlungen, Skatabenden oder Ausflügen: Die Feuerwehr lebt davon, dass man sich auch außerhalb von Übungen und Einsätzen trifft und zusammen Spaß hat.
Wie kann man junge Menschen heute für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr gewinnen?
Wir müssen auf die Leute zugehen und sie persönlich ansprechen - nicht nur die jungen, auch die schon etwas älteren. Voraussetzung ist die Bereitschaft,
sich einsetzen zu wollen. Die Freude am Helfen muss mitgebracht werden. Und dann müssen sich die Menschen bei uns wohl fühlen. Eine gute Kameradschaft ist auch heute noch das Wichtigste.
Vielen Dank und alles Gute!
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