ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Afrika-Regisseur Schulzeck und seine kenianische Familie

04. Februar 2012 | 06:45 Uhr | Von gk/ez

Regisseur Helmut Schulzeck mit seiner kenianischen Familie. Foto: ez

Besonderer Abend im Kommunalen Kino: Regisseur berichtet persönlich über seinen Film "Meine ferne Familie"

Eckernförde. Das Kommunale Kino im Jugend- und Kulturhaus "Das Haus", Reeperbahn 28, ist bekannt für seine renommierte Kinoreihe. Jetzt steht wieder ein besonderer Streifen auf dem Programm: "Meine ferne Familie", ein Film des Kieler Regisseurs Helmut Schulzeck. im Kommunalen Kino. Die Vorstellung findet heute um 20 Ubr im Kinosaal des "Haus" statt, der Regisseur wird anwesend sein.

Nach "Du bist mein Afrika - eine schwarz-weiße Liebesgeschichte" drehte der Kieler Dokumentarfilmer und Wanderer zwischen zwei Welten seinen zweiten Film über "Meine ferne Familie". 2006 heiratete er in Kiel Wangechi, seine kenianische Liebe, die er in Südafrika kennengelernt hatte. Ein Akt, der bei Wangechis Familie im fernen Afrika zwar akzeptiert, aber nicht eben begeistert aufgenommen wurde. Denn der "Mzungu", der weiße Mann aus dem aus deren Sicht nicht minder fernen Europa, ist Wangechis Familie fremd, auch wenn er das dort übliche Brautgeschenk nachträgt, die Ziege. Die ist so störrisch wie zugleich vertraut - wie die "ferne Familie" in Afrika, die Schulzeck in seinem Film beobachtet und porträtiert.

Im Zentrum ihr Patriarch "Papa Wangechi". Helmut Schulzeck lässt sich beim Besuch nach der Heirat als der filmen, der er dort ist: ein nicht ganz ernst zu nehmender Schwiegersohn, aber auch der vermeintlich reiche Gewinn der Familie. Wangechis Bruder Paul ist unverhohlen, wenn er seinem Schwager Geld für einen neuen Traktor abpressen will. Allein - das hat der Kieler ebenso wenig wie das für Schwiegerpapas Auto, das er ihm nicht kaufen kann, was der Vater der afrikanischen Familie kaum verstehen kann.

Der "schwarze Kontinent" ist für die Europäer nach wie vor weitgehend fremd. So erfüllen Menschen wie Schulzeck Botschafterdienste, die sich darauf einlassen, die auch wagen, sich darin "zum Affen" machen zu lassen. Schulzecks Erfahrung: "In Afrika leben selbstbewusste Menschen, die wir als ehemalige Kolonialisten und Ausbeuter vielleicht am besten verstehen, wenn wir uns zu dem machen, zu dem wir sie einst erklärten". Schulzecks Expedition in die afrikanische Fremde, ist aber auch ein Film über die Hoffnung. Die Hoffnung, dass Menschen sich über die Grenzen hinweg verstehen können.


 

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