DER INSELBOTE

 

Typische Sprichwörter von Föhr und Amrum

31. März 2012 | 00:00 Uhr | Von erk


In der Ferring-Stiftung stellte Volkert Faltings  das Buch vor.  Foto: erk Foto:

In der Ferring-Stiftung stellte Volkert Faltings das Buch vor. Foto: erk Foto:

Alkersum. "En ai as en ai, saad a prääster, do lingd hi efter det gusai". ("Ein Ei ist ein Ei", sagte der Pastor, da griff er nach dem Gänseei). So lautet eines der rund 2500 Sprichwörter und gleichzeitig der Titel des neuen "Fering-Öömrang Spreegwurdleksikons".

In dreijähriger Arbeit wurde der gesamte bislang bekannte Sprichwortschatz von Föhr und Amrum gehoben und sortiert dargestellt. Dabei konnten die Herausgeber Volkert F. Faltings und Reinhard Jannen von der Ferring-Stiftung auf die engagierte Mitarbeit des Arbeitskreises friesischer Sprichwörter und Redewendungen zählen. Einmal im Monat hat dieser Sprichwortmaterial hinsichtlich seiner Bekanntheit, seines Gebrauches und seiner Aktualität diskutiert und erweitert.

Faltings betonte, dass dieses Lexikon ohne die Mitwirkung des Arbeitskreises so nie zustande gekommen wäre. Dank galt auch Professor Jarich Hoekstra von der Kieler Universität für umfangreiches Quellenmaterial sowie Reinhard Jannen und Uta Marienfeld für die fachkundige Mitarbeit.

Verleger Ingwer Paulsen, der selbst familiäre Wurzeln auf Föhr hat, attestierte dem Lexikon eine leichte Handhabbarkeit auch für "Nichtfriesen" durch das deutsch-friesische Glossar im Anhang. Zu jedem Stichwort sei schnell ein passendes Sprichwort gefunden.

Sprichwörter gibt es auch in anderen Sprachen, aber die föhring-amringer Sprichwörter sind auch oft Ausdruck eines ganz spezifischen, regionaltypischen Selbstverständnisses der Insulaner und ihrer Mentalität, so zum Beispiel "Wal’ sat üüb Sal an komt nimer tu Feer ("Will’ sitzt auf Sylt und kommt nie nach Föhr").

Brigitte Rörden sprach für den Arbeitskreis und betonte, dass sie in den vergangenen drei Jahren viel voneinander und miteinander gelernt hätten. Schon beim Kaffeetrinken hätte Reinhard Jannen die ersten Fragen gestellt und sie immer wieder freundlich und bestimmt zum Thema zurückgeholt. "Wir freuen uns bereits auf das nächste Projekt, in dem es um Redewendungen gehen soll", sagte Rörden.

Finanziert wurde der Druck des Lexikons über Gelder, die von den Besuchern der Ferring-Stiftung zu verschiedenen Anlässen gespendet worden waren. Auch dafür bedankte sich der Vorsitzende und überreichte Elena Arfsten aus Midlum stellvertretend für die zuletzt 13-köpfige Arbeitsgruppe das symbolische erste Exemplar.

Zwischen den Wortbeiträgen sorgten die "Flotten Tasten" für Musik und animierten das Publikum, die friesischen Texte mitzusingen. Da fiel so manchem wohl gleich das Sprichwort ein: "Lokelk a mensken an rik det lun, juar werkin an schongen gung hun uun hun. (Glücklich die Menschen und reich das Land, wo arbeiten und singen gehen Hand in Hand).


 
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