DER INSELBOTE

 

Wyker Dampfschiffs-Reederei

Stagnation auf hohem Niveau

09. Januar 2013 | 06:50 Uhr | Von psz


Die Seiteneinstiege haben Hafenbetriebe, Reederei und Passagiere das ganze Jahr über beschäftigt. Foto: psz

Die Seiteneinstiege haben Hafenbetriebe, Reederei und Passagiere das ganze Jahr über beschäftigt. Foto: psz

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Trotz des schlechten Sommers verbuchte die Wyker Dampfschiffs-Reederei keinen Einbruch bei den Beförderungszahlen.

Föhr / Amrum. Trotz des schlechten Sommerwetters, das im ersten Halbjahr 2012 für ernüchternde Zahlen gesorgt hatte, ist Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, mit dem Jahresergebnis zufrieden. Zwar blieb die Reederei auch im abgelaufenen Jahr weit hinter der Rekordmarke von 1993 zurück, als 2,2 Millionen Passagiere befördert wurden, und auch die angestrebte Zahl von 1,8 Millionen Menschen konnte erneut nicht "geknackt" werden. Knapp 1,78 Millionen Personen wurden 2012 transportiert, 289 122 Autos und 35 792 Lastwagen, womit man sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres befindet.

Traditionell steuerte die Mehrzahl der WDR-Kunden den Wyker Hafen an. Gleichwohl geht Föhr, bezogen auf die Fahrgastbeförderung (1,16 Millionen), mit einem Minus von 1,77 Prozent aus dem Rennen; Autos wurden 207 140 (minus 0,52 Prozent) und Lastwagen 27 298 (plus 2,26 Prozent) befördert. Akzeptable Zahlen für den WDR-Chef, der seit Mitte der 1990-er Jahre eine Stagnation auf hohem Niveau konstatiert. "Während Dagebüll-Föhr nach einem sehr leichten Anstieg im Vorjahr nun wieder rückläufig ist, entwickelt sich Amrum im zweiten Jahr positiv." In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies für die Nachbarinsel ein Plus von drei Prozent (467 410) bei den Personen, 1,43 Prozent (76 941) bei den Autos und 2,25 Prozent (7939) bei den Lastwagen. Erklärbar für Meynköhn, denn Amrum stand in der Statistik des vergangenen Jahres schlechter da. Darüber hinaus sei die Insel bei weitem nicht so abhängig von Tagesausflüglern wie Föhr, wo sich das schlechte Wetter unmittelbar auf die Zahlen auswirke. War der Verkehr zwischen Föhr und Amrum in 2012 noch deutlich rückläufig, wurden im vergangenen Jahr 141 124 (plus 6,52 Prozent) Personen, 5041 Autos (plus 5,68 Prozent) und 555 Lastwagen (plus 1,46 Prozent) befördert.

Möglichkeiten, die Nachfrage zu beeinflussen, sieht der WDR-Chef keine. Ob Werbe-Aktionen oder Gutscheine für einen reduzierten Fahrpreis, alles sei in der Vergangenheit versucht worden. "Die Leute sind in diesem Bereich nicht preissensibel", hätten die Kampagnen nicht einen Fahrgast mehr auf die Schiffe gelockt. Eine Situation, die sich auch durch den sich derzeit abzeichnenden Wettbewerb nicht ändern werde: Auch der werde nicht eine einzige zusätzliche Fahrt generieren. "Es hat in diesem Jahr keine Überraschungen gegeben, und es wird auch in den nächsten Jahren keine geben", zieht Meynköhn angesichts des Ergebnisses eine positive Bilanz. "Wir habe viele Erfahrungen sammeln können, die sinnvoll in das Unternehmen eingebracht werden."

Zu denen die Begegnung der "Uthlande" mit dem "Packeis" im Februar 2012, als der Winter die Inseln fest im Griff hatte, gehörte. Gegen den Strom sei das Schiff mit hoher Geschwindigkeit in eine Eisscholle gefahren, die sich zwischen die beiden vorderen Propeller geschoben und diese blockiert hatte. Für die Reederei eine wichtige Erfahrung, denn "das wird sich in dieser Form nicht wieder ereignen, wir werden in vergleichbaren Situationen mit dem Strom fahren". In extremen Situationen würden Notverbindungen mit auflaufendem Wasser von den Inseln nach Dagebüll und mit ablaufendem Wasser auf die Inseln den Versorgungsverkehr sichern. "Notfalls auch nachts, wenn tagsüber die entsprechenden Tideverhältnisse nicht vorherrschen."

Für die Versorgungslage habe die Uhr im vergangenen Winter auf fünf Minuten vor zwölf gestanden. "Eine Woche länger, dann wäre hier langsam Schluss gewesen", hätte man sich über Alternativen Gedanken machen müssen. Auch dies eine gute und lehrreiche Erfahrung, denn nach den milden Wintern hätte man verlernt, sich auf solche Situationen vorzubereiten und sei nun besser aufgestellt.

Ein positives Fazit, das aus Sicht Meynköhns auch durch den neuerlichen Ausfall der Seiteneinstiege ausgerechnet über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel nicht relativiert werden muss. Gleichwohl ärgerlich, insbesondere für die Fahrgäste und vor dem Hintergrund, dass die Trennung von Personen und Kraftfahrzeugen mittlerweile positiv aufgenommen werde. Ärgerlich auch für die WDR, denn Langzeitausfälle sorgen für erneute Zweifel und beleben die Kritik neu.

Witterungsbedingt war es immer wieder zu Ausfällen am Wegemesssystem gekommen. Dies sorgt dafür, dass die vier Hydraulikstempel die die Plattform heben oder senken, auf den Millimeter synchron fahren. Erkennt der Zentralrechner Unstimmigkeiten, schaltet sich die Anlage ab. Eine Situation, die nicht von den Passagieren ausgebadet werden sollte, weshalb die Reederei die Notbremse zog. "Hafenbetreiber und Bauunternehmer kennen die Ursache", ist Axel Meynköhn zuversichtlich, dass das Problem noch im Januar behoben werden kann.


 
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