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Niebüll

Hohe Wasserstände in der Region

09. Januar 2013 | 06:10 Uhr | Von Dieter Wrege


 Dringend benötigt: Im Bereich der grenznahen Süderau wurden acht Hektar zusätzliche Speicherfläche geschaffen.

Dringend benötigt: Im Bereich der grenznahen Süderau wurden acht Hektar zusätzliche Speicherfläche geschaffen.

Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Südwesthörn-Bongsiel zog Bilanz. Zusammenarbeit mit Dänemark wird verstärkt

Niebüll. Für den Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Südwesthörn-Bongsiel endete das vergangene Jahr wie es begonnen hatte: mit hohen Wasserständen in den Speicherbecken, Auen und Wasserläufen vom Sielzug bis zum Vorfluter. Besonders nass war es in den Sommer- und Erntemonaten Juli bis Oktober mit einer monatlichen Niederschlagsmenge von 125,4 Millimetern im Schnitt. Betroffen von dem nahezu total verregneten Sommer waren vor allem die Landwirtschaft und der Tourismus.

Das Jahr 2012 begann mit extremem Hochwasser am 5. Januar, als der Deich des Dreiharder Gotteskoogstroms auf einer Länge von 50 Metern überflutet wurde. Einsatzkräfte der Humptruper und Braderuper Wehr verlegten Sandsäcke auf der Deichkrone, um Schlimmeres zu verhüten, zumal ein nahe gelegener Hof bedroht war. Im ersten Monat des vergangenen Jahres fielen bereits 89,9 Millimeter Niederschlag und überstiegen deutlich das Mittel der letzten 20 Jahre. In den Sommermonaten 2012 fiel manche Ernte ins Wasser. Auch stieg durch die Regenmengen im September und Oktober die Sorge, dass die Maisschläge wegen tiefer Böden nicht erreichbar sein würden.

Für den DHSV ergab sich zwangsläufig, dass die 32 Schöpfwerke zeitweilig Volllast liefen. Sichtbar war die Situation auch von der B 5 aus beim Passieren der Brücken der Lecker und Soholmer Au, die beide randvoll gelaufen waren. Voll waren an manchen Tagen auch der Hauke-Haien-Koog, der Bottschlotter-, Haasberger- und Gotteskoogsee und insgesamt 1342 Kilometer Wasserläufe. Insgesamt sind das im DHSV-Gebiet 800 Hektar Wasserfläche aus einem Einzugsgebiet mit einer Größe von 58 000 Hektar, das von den Küstenschutzdeichen bis vor die Tore Flensburgs reicht.

Weil das Wasser keine Grenzen kennt, arbeiten deutsche und dänische Wasserbauer zusammen. Geld gibt es von der EU. Durch eine Deichrückverlegung wurden jüngst acht Hektar zusätzliche Speicherfläche im Bereich der grenznahen Süderdau bei Bremsbøl/Flützholm geschaffen. Eine weitere Maßnahme diesseits der Grenze plant der DHSV östlich der Bahnlinie Niebüll-Tondern, südlich der Süderau und nahe dem Haasberger See. Dort sollen weitere 13 Hektar Speicher- und Naturraum geschaffen werden, um Niederschlagsmengen zwischenlagern zu können, bevor sich die Schleuse bei Hoyer bei ablaufendem Ebbstrom wieder öffnet.

Maßnahmen wie diese resultieren aus Berechnungsmodellen, die von Wissenschaftlern vorgegeben werden wie etwa aus dem "Dansk Hydraulisk Institut (DHI)" in Kopenhagen. So geht man davon aus, dass die Siel-Schließzeiten an den Nordsee-Schleusen zunehmen und das Niederschlagswasser aus dem Binnenland länger als bisher gestaut werden muss. "Dazu müssen größere Retentionsräume her", erklärte Thies Horn, Geschäftsführer und Verbandsingenieur des heimischen DHSV. Und das müsse zudem eine schadlose Speicherung des Regenwassers sein.

Zurzeit gilt die Aufmerksamkeit den aktuellen Wasserständen und dem reibungslosen Funktionieren der Schöpfwerke, die etwa drei Millionen Kilowattstunden Strom jährlich verbrauchen, um die Regenmengen im Zaum zu halten.

Eines der größeren Schöpfwerke ist das in Verlath (Gemeinde Aventoft), in dem fünf Pumpen arbeiten und das Wasser aus der dort endenden Schmale 3,70 Meter hoch in den Rutebüller See heben. Das Verlather Schöpfwerk pumpt pro Sekunde 21 000 Liter in den See. Wie gesagt: das Wasser kennt auch dort keine Hindernisse und hält die Wasserbauer beiderseits der deutsch-dänischen Grenze in Atem und auf Trab.


 
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