DER INSELBOTE

 

Amrum

Friesische Abstammung war Pflicht

01. Februar 2013 | 06:45 Uhr | Von kta


Die Vorstandsriege: Die neue Vorsitzende Anke Tadsen (rechts) lösten den hinter ihr stehenden Bernhard Tadsen im Amt ab. Foto: kta

Die Vorstandsriege: Die neue Vorsitzende Anke Tadsen (rechts) lösten den hinter ihr stehenden Bernhard Tadsen im Amt ab. Foto: kta

Im Rahmen der Jahresversammlung des Nebeler Gesangvereins warf der scheidende Vorsitzende einen unterhaltsamen Blick zurück.

Amrum. Die diesjährige Jahresversammlung des Gesangvereins "Rüm Hart" war mit einem Abschied verbunden: Bernhard "Benne" Tadsen trat von seinem Posten als Vorsitzender zurück. Nach 28 Jahren Vorstandsarbeit sei es an der Zeit, jüngere Mitglieder in das Amt zu wählen, erklärte Tadsen, der weiterhin als Sänger aktiv sein wird, seine Beweggründe. Als Nachfolgerin wurde einstimmig Anke Tadsen gewählt. Die neue Vorsitzende tritt somit in die Fußstapfen ihres Schwiegervaters Helmut Tadsen, der das Amt als Vorgänger Bernhard Tadsens 18 Jahre lang bis 1985 bekleidet hatte.

Bei weiteren Wahlen wurde Trinh Drews zur neuen Schriftführerin gewählt, die Günter Frank in dieser Funktion ablöst. Im kommenden Jahr wird die stellvertretende Vorsitzende, Gerda Hansen, ihr Amt an Almut Claussen abgeben. Ingeborg Tadsen wurde einstimmig als Kassenwart bestätigt, Almut Claussen und Christine Kruggel übergeben die Arbeit des Festausschusses an Christina Dümmel und Kirsten Tadsen.

Wo sind die Jahre geblieben? Eine Frage, die Bernhard Tadsen bereits im Verlauf der Versammlung mit einem Rückblick auf viele Jahre Gesangvereins-Zugehörigkeit gestellt hatte. Und auch nach dem offiziellen Teil war die Frage Thema, wurde in fröhlicher Runde über Geschichtliches und Aktuelles ausgiebig geplaudert.

Der nun ehemalige Vereins-Chef ließ die Historie Revue passieren: 1948 wurde der Nebeler Gesangverein unter dem Namen "Rüm Hart" gegründet. Auf die aus heutiger Sicht engstirnigen Regeln wurde penibel geachtet. So betrug die Aufnahmegebühr 75 Pfennig für Ehepaare, wobei einer der beiden friesischer Abstammung sein musste.

Heute ist jede Stimme willkommen. "Spass am gemeinschaftlichem Singen ist heute das Wichtigste bei uns", so Bernhard Tadsen. Jeweils mittwochs wird im Winter gesungen und geprobt. Neue Lieder in friesischer oder deutscher Sprache stehen auf dem Programm, das übergangsweise Musiklehrerin Inken Rolfs mit den Mitgliedern einstudiert. Unterstützt wird sie dabei durch den Dirigenten Jan Martinen, der für einige Übungsabende vom Festland auf die Insel kommt.

Martinen ist gebürtiger Amrumer, Öömrang ist seine Muttersprache. "Diese Sprache zu pflegen ist wichtig und es freut uns, dass wir als Gesangverein einiges dazu beitragen können", bestätigt auch Gerda Hansen.

Wurde in früherer Zeit vorwiegend in Öömrang gesungen, stellt das Liederrepertoire heute eine bunte Mischung dar. In den Sommermonaten prägen regelmäßige Auftritte vor Publikum den Alltag des Gesangvereins und auch Heimatabende haben ihren festen Platz im Kalender. Neben den passiven und fördernden Mitgliedern sind rund 40 Sängerinnen und Sänger aktiv dabei. Geprobt wird mittwochs im Nebeler Gemeindehaus, dort kann auch der potenzielle stimmliche Nachwuchs hineinschnuppern.


 
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