SCHLEI-BOTE

 

Kunsthalle am Hafen

Die Welt soll auf Sonderburg schauen

02. Februar 2013 | 03:00 Uhr | Von Ruth Nielsen;Der Nordschleswiger


Charlotte Sahl-Madsen  Foto: Archiv DN

Charlotte Sahl-Madsen Foto: Archiv DN

Sonderburg. Von ihrem Büro im vierten Stock des Sonderburger Universitätsgebäudes Alsion hat die künftige Direktorin der Sonderburger Kunsthalle, die frühere Ministerin Charlotte Sahl-Madsen, einen atemberaubenden Blick auf die Hafenfront und den künftigen Standort. 2017 soll die Kunsthalle eingeweiht werden.

Das gerade abgelaufene Jahr hat die Direktorin dafür genutzt, um die Strategie festzulegen. "Kunsthalle ist nur ein Arbeitstitel. Wir rechnen nicht nur mit Bürgern aus Sonderburg, sondern auch Urlaubern nördlich und südlich der Grenze."

Die Halle soll ständig zugänglich sein. Das heißt, es wird keine Öffnungszeiten geben. Was sollen die Ausstellungen bieten? Kunst und Technologie, Medienkunst.

Die Architekten sehen sich der Anforderung gegenüber, einen CO2-freien Neubau zu erstellen, der zum Ausstellungsfenster für das "Projekt Zero" (Reduktion von Kohlendioxid auf Null) werden soll. Mit dieser Strategie sollen Geldgeber aufgetan werden, die zusammen an die 350 Millionen Kronen investieren möchten in ein Bauwerk, das die einstige Wissenschaftsministerin schon vergrößert hat von ursprünglich 2500 bis 3000 auf 5000 Quadratmetern. Die Kunsthalle ist in ihren Augen kein kommunales Anliegen, sondern soll nationales Interesse wecken, sodass Sonderburg eine Reise wert wird.

Und davon sollen im Jahr 100 000 Gäste überzeugt werden. Wie das verwirklicht werden kann? "Es geht um hohe architektonische Ansprüche. Die neue Hafenfront soll das Beispiel sein für moderne, Kohlendioxid-freie und attraktive Bebauung. Und die Halle soll Naturwissenschaft, Technologie, neue Medien vermitteln und damit die wirtschaftlichen Wurzeln Sonderburgs zeigen."

Einbezogen sind alle technischen Möglichkeiten wie I-Pad und Smartphone. "Wir wollen neue Medien auftun für die, die Spaß daran haben, um sich auf andere Art von Kunst inspirieren zu lassen." Die Kunsthalle soll zum Philosophieren über Technologie anregen. Kenntnisse holt sich die Chefin auf Ausstellungen und in Galerien. "Wir müssen konstant im Stande sein, Neues zu gestalten." Das Guggenheim-Museum in Bilbao wurde zum Vorbild. Im Frühjahr wird ein "Künstlerischer Rat" mit fünf bis sieben Künstlern einberufen.

Unter einzigartig versteht die Direktorin, dass etwas gebaut wird, das die Welt noch nicht gesehen hat. Der Hafen soll mit Kunsthalle zudem eine Oase der Erholung werden. Zu diesem Zweck hat sich Charlotte Sahl-Madsen mit dem Architekten und Städteplaner Jan Gehl, Kopenhagen, verbündet. Ihre Feststellung: "Sobald du etwas Ungewöhnliches willst, ziehst du Leute an, die mitmachen wollen."


 
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