SYLTER RUNDSCHAU

 

Alte Bauweise birgt Risiken

17. Dezember 2012 | 06:30 Uhr | Von hn


Es wird  entkernt und das Wasserrohr an die Decke verlegt - die Sanierung der Führerscheinstelle ist in vollem Gange. Foto: Bandixen

Es wird entkernt und das Wasserrohr an die Decke verlegt - die Sanierung der Führerscheinstelle ist in vollem Gange. Foto: Bandixen

Führerscheinstelle ausquartiert / Zweiter Rohrbruch mit Schimmelbefall / Rund-um-Erneuerung läuft

Nordfriesland. Als in diesem Jahr erneut Schimmel zu riechen war - Indiz dafür, dass im gleichen Bereich erneut ein Wasserschaden aufgetreten war - reichte es dem Landrat und den neun Mitarbeitern der Führerscheinstelle im Kreishaus in Husum ohnehin. Verwaltungschef Dieter Harrsen: "Wir haben uns entschlossen, das Übel an der Wurzel zu packen: Der gesamte Bereich wird entkernt, das Wasserrohr an die Decke verlegt, alle Wände sowie der Fußboden werden erneuert." Betroffen sind zwölf Räume mit insgesamt rund 290 Quadratmetern. Ende Januar 2013 sollen die Bauarbeiten beendet sein.

Das Problem begann vor etwa zwei Jahren. Im Erdgeschoss des Husumer Kreishauses im Bereich der Führerscheinstelle gab es einen Rohrbruch: Das Kupferrohr der Kaltwasserleitung war vor 40 Jahren direkt auf dem Unterbeton des Fußbodens verlegt worden, darüber lag eine Folie, dann kam eine ein Zentimeter starke Dämmung aus Kokosfasern, auf der der Estrich lag. Fachleute behoben den Schaden und tauschten damals den schadhaften Teil der Rohrleitung aus.

Aufgefallen war der Rohrbruch erst, als Wasser in den Gipskartonwänden, die die Büros im Kreishaus voneinander abtrennen, nach oben gestiegen war und sich im unteren Fußbodenbereich sowie in den zweischaligen Gipswänden Schimmel gebildet hatte. Die Zwischenwände waren beim Bau des Gebäudes direkt auf den Rohbeton gestellt worden.

Die in Wände und Estrich eingezogene Feuchtigkeit wurde mit Bautrocknern beseitigt, ein Teil des Estrichs und einige Trockenbauwände wurden erneuert. Die von Schimmel befallenen Bauteile wurden ausgetauscht. Den Schaden übernahm die Versicherung.

Die aktuelle Maßnahme ist mit 130 000 Euro veranschlagt - rund ein Drittel übernimmt die Versicherung, die restlichen Kosten trägt der Kreis selbst.

Da die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil ständigen Publikumsverkehr haben, wurden sie provisorisch in Büros untergebracht, die in der Nähe der Führerscheinstelle liegen. Dafür mussten andere Kollegen enger zusammenrücken.

Vorsorglich wird auch vor dem Haus nachgeholt, was beim Bau 1972 unterblieb: An der Fassade wird eine Dränage gelegt, um die Fertigbauteile, die auf Rohbeton stehen, auch bei stärkeren Regenfällen vor zuviel Wasser zu schützen.


 
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