DER INSELBOTE
Stummer Wächter für die Seeleute
Ein seltenes Bild: ein reetgedecktes Leuchtfeuer. Hilfswärter Jürgen Nommensen kümmert sich um den Turm. Foto: hh
Oland. Reetdächer sieht man an der nordfriesischen Westküste allerorten. Ein Leuchtfeuer mit einem Reetdach aber ist schon ungewöhnlich. Der kleine "Leuchtturm" auf der Hallig Oland hat diese Besonderheit zu bieten. Am Sonnabend feierte das Bauwerk seinen 80. Geburtstag.
Allein die technischen Daten werden so manchen "Leuchtturm-Fan" interessieren. Der bereits im Jahr 1929 gebaute Turm mit einer Höhe von "gigantischen" 7,45 Metern befindet sich auf der Position 54 Grad, 40 Minuten und 31 Sekunden nördlicher Breite und 8 Grad, 41 Minuten und 17 Sekunden östlicher Länge. Bei dem Bauwerk im Nordwesten der Hallig handelt es sich nicht um einen der großen Türme wie zum Beispiel auf Amrum oder in Hörnum auf Sylt, sondern um ein Quermarkenfeuer. Die Feuerhöhe befindet sich 7,50 Meter über dem mittleren Tide Hochwasser.
Seit 1955 besteht die optische Einrichtung aus einer geschliffenen Gürtellinie mit einer Brennweite von 250 Millimetern und einer Höhe von 500 Millimetern. Dabei verfügt das Feuer über eine zweifache Wechseleinrichtung mit einer Haupt- und einer Reservelampe. "Im Falle des Durchbrennens der Hauptlampe wird diese automatisch aus dem Brennpunkt herausgedreht und die Reservelampe dreht sich in den Brennpunkt der Optik", erklärt Wolfgang Stöck vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Tönning, Außenbezirk Amrum. Das Leuchtfeuer Oland wird von Amrum aus gewartet und Instand gehalten.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang erfolgt die automatische Fernzündung des Feuers vom WSA Tönning. Es leuchtet die ganze Nacht über bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Seine Kennung ist bei allen Seefahrern wohl bekannt. Ein festes weißes Feuer mit rotem und grünem Sektor zeigt deutlich, man befindet sich in den Gewässern vor Oland.
Bis 1954 bestand die optische Einrichtung aus einer See-Laterne mit Flüssiggasbrenner und Glühstrumpf. Erst 1955 wurde das Quermarkenfeuer Oland an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Vor Ort kontrolliert der Oländer Jürgen Nommensen die Einrichtung regelmäßig. "Das Feuer ist recht wartungsfrei", freut sich der Leuchtfeuerhilfswärter.
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