FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Ostseeman

Glücksburg feiert eine Woche Triathlon

08. Juni 2010 | 06:15 Uhr | Von Anja Werner

Faszination Massenstart: 500 Einzelkämpfer und 200 Staffelteilnehmer pflügen zum Start des "Ostseeman" in Glücksburg die Förde auf. Foto: Staudt/Grafikfoto.de

Showlauf, Marktempfang und Nationenmarsch zur Pastaparty: Der Ostseeman in Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) wartet in diesem Jahr mit einem Mammutprogramm auf.

Glücksburg. Wenn südländisches Temperament mit den Nordlichtern durchgeht. Wenn das ganze Jahr über völlig unauffällige Menschen schon morgens in bunten Kostümen auf der Straße tanzen, singen und Krach machen. Wenn es im Großraum Glücksburg keine freie Gartenliege mehr gibt - dann ist Ostseeman-Zeit. Wohl kein Sportereignis in der Region wird so enthusiastisch gefeiert wie der Glücksburger Ironman. In knapp zwei Monaten stellen sich zum neunten Mal Profis und Breitensportler der brutalen Herausforderung 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen. Erstmals wird das Top-Ereignis mit 1250 Athleten (neuer Rekord), das in nur zwölf Stunden komplett ausgebucht war, nicht nur einen Tag, sondern fast eine Woche lang in Glücksburg gefeiert.

"Die Begeisterung für den Ostseeman ist so groß. Deshalb wollen wir den Besuchern, aber auch den Athleten und ihren Familien mehr bieten als einen tollen Wettkampftag", sagt der Glücksburger Reinhard Husen, der mit seiner Familie und einem kleinen Team die Großveranstaltung von Beginn an ehrenamtlich auf die Beine stellt. "Das hat sich zu einem Fulltime-Job entwickelt", sagt der ehemalige 100-Kilometer-Läufer.

Sportmesse am Freitag und Sonnabend

Eröffnet wird die erste Glücksburger Triathlonwoche bereits am Mittwoch, 28. Juli, durch eine Reihe von Vorträgen rund um das Thema Ausdauersport im Medimaris neben der Fördeland Therme. Das Gesundheitszentrum wird erstmals zur Ostseeman-Zentrale. Am Donnerstag gibt es dort weitere Vorträge. Am Freitag und Sonnabend, 30. und 31. Juli, findet am und im Medimaris eine Sportmesse statt.

Die legendäre Ostseeman-Partystimmung soll erstmals am Freitag, 30. Juli, um 15 Uhr entfacht werden. Dann werden die Triathleten und ihre Fans auf dem Schinderdam von Stadtrat John Witt begrüßt, der erneut selbst über die volle Ironman-Distanz an den Start gehen wird. "Wir hoffen auf viele Besucher - ausgefallene Kostüme sind auf dem Marktplatz ausdrücklich erwünscht", sagt Husen. Diese sollen nämlich beim Show-Lauf (500 Meter) ab 15.30 Uhr auf der Rathausstraße präsentiert werden. Mitlaufen darf jeder.

Nationenmarsch bei der Pasta-Party

Bunt soll es eine Stunde später auch beim ersten Nationenmarsch zugehen. Angeführt von Fahnenträgern der zwölf teilnehmenden Nationen, darunter Australien, startet dieser um 17.30 Uhr vom Schinderdam zur Rudehalle, in der um 18 Uhr die Pasta-Party eröffnet wird. Mehrere tausend Portionen von Nudelvariationen werden dort in wenigen Stunden verspeist - für die Triathleten eine willkommene Gelegenheit, den Kohlenhydratspeicher für den Kräfte zehrenden Wettkampf aufzutanken.

Dieser wird am 1. August um 7 Uhr früh mit dem in Deutschland einmaligen Massenstart ins offene Meer eröffnet. "Wer früh aufsteht, wird mit Gänsehaut-Atmosphäre pur belohnt", verspricht Reinhard Husen.

"Hier ist kein Sportler eine Nummer"

Mehr als 20.000 Besucher werden die Extremsportler feiern. Unter ihnen einige der deutschen Top-Triathleten wie Vorjahressieger Joseph Spindler, der das Ziel nach rund 8,5 Stunden erreichen wird. Stärker als je zuvor ist laut Husen das Frauenfeld besetzt. Am Wettkampftag selbst werden hunderte freiwillige Helfer für die Athleten im Einsatz sein. "Auch für dieses tolle Engagement wollen wir uns mit den Festivitäten im Vorfeld bedanken", betont Reinhard Husen.

Start, Wechselzone und Ziel auf engstem Raum und direkt an der Ostsee gelegen - das macht neben der familiären Atmosphäre für Husen den Reiz des Ostseeman aus. "Hier ist kein Sportler eine Nummer - wir wollen jedem das Gefühl geben: Heute ist dein Tag!"

Binnen weniger Jahre ist der Ostseeman im kleinen Glücksburg weltweit zu einem der beliebtesten Wettkämpfe über die legendäre Langdistanz aufgestiegen. Die Leser von Europas größtem Fachmagazin haben ihn nach den Ironmans auf Hawaii, in Roth und Frankfurt auf Platz vier gewählt. Die entscheidenden Kriterien waren Organisation, Betreuung, Wettkampfstrecke, Zuschauerresonanz und Flair. Letztgenanntes wird unabhängig vom Wetter wieder südländisch und temperamentvoll sein, wie immer, wenn in Glücksburg der Ostseeman gefeiert wird.


 

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