DER INSELBOTE
Stadtvertretung beschließt
Minigolf-Betreiber muss abreißen
Wyk. Damit dürften zumindest formell die Tage der Minigolfanlage beziehungsweise des Betreiberhäuschens neben dem Wellenbad gezählt sein. Zehn der 14 anwesenden Stadtvertreter stimmten in eigens beantragter namentlicher Abstimmung auf der jüngsten Sitzung für den Satzungsbeschluss und damit endgültig für die Änderung des Bebauungsplanes Nummer 25. Damit ist nun klar, dass der Betreiber der Minigolfanlage, Marco Thiessen, das Holzhaus abreißen muss (Rückbau), sobald der Beschluss Rechtskraft erlangt.
Wie seinerzeit berichtet hatte Thiessen nachdem das alte Haus abgebrannt war, einen Neubau erstellt, der die identische Grundfläche hat. Allerdings verstärkte er den Verandabereich, so dass die Hütte nun größer wirkt. Dass ihm Bürgermeister Heinz Lorenzen zuvor bei einem Ortstermin gesagt hat, er möge den Neubau erstellen und damit seine Kompetenzen überschritten hat, machte die Angelegenheit zu einem Politikum . Bevor es zur Abstimmung kam, gab Lorenzen den Vorsitz an seine Stellvertreterin Silke Ofterdinger-Daegel ab und versuchte, in einer längeren Stellungnahme die "Thiessen-Gegner" noch einmal umzustimmen: "Diese Lösung ist die Variante, die der Stadt am meisten Kummer beschert." So bestehe weder Rechtssicherheit noch sei sie kostengünstig und zügig umzusetzten. Im vergangenen Jahr wurde der Pachtvertrag mit dem Betreiber, um seine Investitionen zu sichern, noch einmal um fünf Jahre (plus fünf jahre Option) verlängert. "Die Stadt und auch ich haben sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert", gestand Lorenzen ein, dass auch seine Ermunterung gegenüber Thiessen, wieder aufzubauen, ein Fehler war. "Ich meine, dass diese Behandlung den Belangen des Pächters zu wenig gerecht wird, deshalb werde ich der Beschlussempfehlung nicht folgen", erklärte der Bürgermeister. Er schlug vor, ein zweites Baufenster, dort wo das Gebäude jetzt steht, in den Plan aufzunehmen und Thiessen müsse das Haus so umbauen, dass es die Ausmaße wie vor dem Brand habe. "So machen wir deutlich, dass wir Schwarzbau nicht dulden."
Das Meinungsbild der Mehrheit brachte danach Ulrich Bork von der CDU auf den Punkt. So sei die Stadt keinesfalls "der Böse", sondern vielmehr habe der Pächter Fehler gemacht: "Wir wollen uns nicht von einem bestimmten Bau, der kein Baurecht hat, unter Druck setzen lassen." Zwar werde dies Geld kosten. Aber "wir wollen eine attraktive Minigolf-Anlage". Und, so sein Vorwurf, der Pächter hätte das Gelände "nicht so verrotten lassen sollen". Er forderte die Beschlussfassung ohne wenn und aber: "Notfalls sollen die Gerichte klären, ob es Ansprüche seitens des Pächters gibt."
Thiessen hingegen wollte sich zunächst zur Beschlussfassung nicht äußern: "Wir haben schon genug Ärger." Er hätte im Vorwege Lösungsvorschläge eingebracht, das Haus zurückzubauen oder umzusetzen. Dennoch wurde ihm mangelnde Kompromissbereitschaft vorgeworfen. An ein gutes Ende dieser Geschichte glaubt er scheinbar auch nicht mehr: "Wir sind mit unserem Latein am Ende."
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