DER INSELBOTE

 

Im Sturm vor Norddorf gestrandet

20. Juni 2009 | Von kta

Der kleine Kerl rief verzweifelt nach seiner Mutter. Foto: Kinka Tadsen

Amrum. Während eines Sturms war er in Norddorf gestrandet und rief laut nach seiner Mutter. Strandkorbwärter fanden den Kleinen Seehund und benachrichtigten das Naturzentrum des Öömrang Ferian. Der zirka eine Woche alte Heuler war munter und in einem gesundheitlich guten Zustand. Armin Leß, Leiter des Naturzentrums, nahm sich mit seinen Mitarbeitern des acht Kilogramm schweren Seehundbabys an und schickte den kleinen Meeresbewohner in die Seehund-Aufzuchtstation nach Friedrichskoog. Insgesamt wurden in diesem Frühsommer bisher drei Heuler an Amrumer Stränden geborgen und in die Seehundstation gebracht. Dort werden die Kleinen neben 40 anderen Heulern, die sich zur Zeit dort befinden, drei Monate lang aufgepäppelt.

Seehundjunge sind die ersten vier Lebenswochen auf die Mutter angewiesen, erst dann können sie selbstständig in der Nordsee jagen. Ein anhaltender Sturm, bei dem die von den Seehunden genutzten Sandbänke überspült werden, kann ein Grund für eine Trennung von Mutter und Jungtier sein. Die Seehundjungen "verlaufen" sich und liegen dann am sonst von ihnen gemiedenen Strand.

Bevor der Heuler vom Seehundjäger geborgen wird, wartet man zwei Tiden ab, um der Seehundmutter die Chance zu geben, ihr Junges wieder zu finden. Wer einen Heuler am Strand sieht, sollte ihn nicht anfassen, bewegen, verschrecken oder Wasser über ihn gießen. Eine Meldung beim Naturzentrum Norddorf, 0 46 82/ 16 35, oder einem der Seehundjäger wird dem kleinen Seehund helfen, denn dort nehmen sich Fachleute seiner an.

Der Weg in die Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog ist, um den Bestand zu erhalten, eigentlich nicht notwendig, denn es gibt wieder 8 500 Tiere an der Schleswig-Holsteinischen Westküste und 20 000 im gesamten Wattenmeer zwischen Dänemark und den Niederlanden. Tierschutzgründe veranlassen die Seehundjäger und das Naturzentrum in Norddorf, die Heuler nach Friedrichskoog zu geben, wo sie nur eine "Zwischenstation" machen und im Herbst wieder in die Natur ausgewildert werden.


 

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