DER INSELBOTE

 

Der Traum vom Ponton ist geplatzt

18. Juli 2009 | Von djs

Der Seiteneinstieg zu den Fähren soll, so die Empfehlung des Hafenausschusses, am Wyker Anleger über eine Hydraulikanlage erfolgen. Die zwischenzeitlich diskutierte Ponton-Lösung wäre technisch zu aufwändig und zu teuer.

Wyk. Der Teufel steckte einmal mehr im Detail. Auf der jüngsten Sitzung des Hafenausschusses galt es für die Mitglieder, "ein Zeichen zu setzen", wie der Vorsitzende Eberhard Schaefer eingangs formulierte. Thema war die Neugestaltung des Hafens samt Erweiterungsfläche und Seiteneinstieg.

Zunächst überbrachte Ulrich Koch, der Geschäftsführer des Hafenbetriebs, die frohe Kunde, dass das Land mündlich zugesichert habe, dass "bis zu 75 Prozent" der Baukosten gefördert würden. Zudem, so sein Bericht, sähe es das Land gern, wenn die Maßnahmen in den drei Häfen federführend in einer Hand lägen. Koch: "Und das wird Wyk sein."

Außerdem hatte Mitte Juni eine größere Delegation, bestehend aus Föhrer und Amrumer Politikern und Vertretern der drei Häfen, mit dem Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), Axel Meynköhn, den Fährhafen der Insel Rømø unter die Lupe genommen. Dabei beeindruckte besonders, dass der Seitenstieg für die Schiffe der Sylt-Rømø-Linie auf einem Ponton montiert war. Mit einem solchen Ponton, so glaubten die Föhrer, könnte auf die rund 16 Meter hohen Bauwerke einer Hydraulikbrücke auf festem Boden verzichtet werden.

Die Hoffnung der Wyker "Ausflügler", dieses tideunabhängige System auf ihren Hafen zu übertragen, zerschlugen sich in der Sitzung aber zusehends. Ingenieur Dr. Daniel Schade, der ebenfalls mitgefahren war, erklärte, dass es sich im Gegensatz zu dem geschlossenen Hafen auf der dänischen Insel in Wyk eigentlich nur um Anlegestellen handele, zudem müssten auch Jahrhundertsturmfluten berücksichtigt werden. So würden Windkraft und extrem hohe Wasserstände den schwimmenden Einstieg wesentlich heftiger beeinflussen als auf Rømø.

Zudem wurde deutlich, dass selbst der Ponton eine kleinere Hydraulik benötigt, um den barrierefreien Zugang zu den jeweils verschiedenen Schiffen zu gewährleisten. Die Mehrkosten für die Pontonlösung bezifferte Schade auf 400 000 Euro.

Als dann auch noch Ausschussmitglied Friedhelm Wahala vorschlug, das Maschinenhaus der Hydraulik neben, statt auf das Portal zu bauen, womit weiter Höhe gespart würde, war es endgültig um die Pontonlösung geschehen.

Schließlich votierten neun von elf Hafenausschussmitgliedern für einen hydraulisch betriebenen Seiteneinstieg, der in einer Kombination aus Lochblech- und Glaswänden mit einem Dach aus durchsichtigen Doppelstegplatten ausgeführt wird.

Am Ende gab es noch Neuigkeiten vom WDR-Geschäftsführer bezüglich des Schiffsneubaus. So sei man zeitlich im Plan. Derzeit werde der Rumpf in einer Wiener Versuchsanstalt optimiert. Axel Meynköhn geht davon aus, dass die "MS Neubau" vertragsgemäß am 30. April 2010 fertig sein wird.


 

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