DER INSELBOTE

 

Uthlande macht sich fit für die Zukunft

03. Februar 2012 | 06:25 Uhr | Von hn

Heie Sönksen-Martens gibt sein Oevenumer Privatmuseum aus Altersgründen auf. Jetzt wird überlegt, einen Museumsverein zu gründen und für die Sammlung in Alkersum neu zu bauen. Eine Machbarkeitsstudie ist bereits in Auftrag gegeben. Foto: pk

Elf Projekte sind bereits in der Aktiv-Region auf den Weg gebracht

Nordfriesland. Zufrieden ist die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) der Aktiv-Region Uthlande mit ihrer Bilanz von 2011. So sind elf Projekte initiiert worden, für die Fördermittel in Höhe von 243 000 Euro in Aussicht stehen. Schwerpunkte sind in einer Integrierten Entwicklungsstrategie festgelegt: Für das vergangene Jahr müssen dabei vor allem die Themen Tourismus und Verkehr, Modernisierung des ländlichen Wegebaus, Klimaschutz und Energiewirtschaft sowie Gestaltung des demografischen Wandels genannt werden.

Dabei ist die "Energiewende" auch in der Inselwelt ein Leitthema. So hat das Amt Föhr-Amrum ein Klimaschutz-Konzept in Auftrag gegeben. Eine Arbeitsgruppe "Energie", die sich aus Aktiven beider Inseln zusammensetzt, begleitet diesen Prozess. Im Rahmen eines anderen Projektes für das Erlebniszentrum "Naturgewalten" wird die Gemeinde List zwei "Rikschas" anschaffen, die nicht nur mit Körperkraft, sondern auch mit erneuerbaren Energien betrieben werden können.

Zudem sind bereits zwei Leuchtturm-Projekte für die Aktiv-Region Uthlande befürwortet. Ein geosolares Mehr-Generationen-Haus in Tinnum gehört dazu, wobei die Kirchengemeinde Keitum als Antragsteller auftritt. In dem Wohnprojekt mit "bezahlbaren Mieten" sollen Alt und Jung zusammenleben. Zusätzlich wird es ein Jugend-Haus geben, in dem die jungen Mitbewohner an verschiedene Tätigkeiten herangeführt werden und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das Besondere der Anlage zeigt sich auch in der Energieversorgung mit einem intelligenten Verfahren zur Warmwasseraufbereitung durch Thermosolarzellen, verbunden mit einem großen Verfüllbaustoffthermospeicher und der Möglichkeit der Regenwasserrückgewinnung.

Der zweite "Leuchtturm" wird auf Amrum "stehen". Im Rahmen eines insularen Entwicklungskonzeptes ist die Neugestaltung des Ortszentrums von Norddorf geplant. Das neue Dorfgemeinschaftshaus wird dabei mehrere Funktionen erfüllen. Ein Mehrzweck- und Konferenzraum bietet Raum für Veranstaltungen verschiedenster Art. Ebenso werden in dem Gebäude ein Kino, eine Post und ein Bankautomat untergebracht.

Der LAG-Vorstand hat sich für die Umsetzung des Projektes "Innovative Wärmeversorgung des Schwimmbades Helgoland über eine Meerwasserwärmepumpe sowie Solarabsorber" mit einer Förderquote von 50 Prozent ausgesprochen. Dafür sind im Budget 316 000 Euro gebunden. Geplant ist, die bisherige Versorgung über Fernwärme, für die fossile Brennstoffe erforderlich sind, auf eine Wärmepumpe umzustellen, die dem Meerwasser Energie entzieht. Zusätzlich soll auf dem Dach des Schwimmbades eine Solarabsorberanlage installiert werden, die das Wasser direkt beheizt.

Ebenso haben die Anträge auf Modernisierung ländlicher Wege der Hallig-Gemeinden Gröde und Nordstrandischmoor den Zuschlag bekommen. Etwa 495 000 Euro werden hierfür freigesetzt.

Die Arbeitsgruppe "Fischerei" steht in der Aktiv-Region Uthlande für sechs Fischwirtschaftsgebiete und berät zu Anträgen, die aus dem Europäischen Fischereifonds gefördert werden könnten. In einem Projekt zur Neugestaltung des Pellwormer Fischereihafens werden Informationstafeln rund um die Fischerei aufgestellt und Elemente des Rundweges, wie Fahrradabstellmöglichkeiten, neu angelegt.

Für Föhr steht der Aufbau eines neuen landwirtschaftlichen Museums in Alkersum auf dem Plan. Dazu ist eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Ausstellungsstücke sind bereits vorhanden, da diese bisher in einem privat geführten landwirtschaftlichen Museum in Oevenum präsentiert wurden. In Zukunft sollen dann wieder Trachten, Möbel und Küchengeräte aus alten Zeiten, Elemente aus Seefahrerzeiten und vieles mehr der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auf Amrum ist durch Unterstützung über die Aktiv-Region der Namenlosen-Friedhof neu gestaltet und die historischen Grabsteine auf dem Friedhof in Nebel restauriert worden.Regionalmanagerin Petra Büttner ist offen für Fragen udn Anregungen und unter Telefon 04681/748399 zu

erreichen.


 

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