DER INSELBOTE

 

Und immer wieder das Thema "Meer"

04. Februar 2012 | 06:45 Uhr | Von pk

Das Riff wächst: Ein erstes Ergebnis der Korallen-Häkelaktion. Foto: pk

Neue Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste

Alkersum. "Wir haben uns auf hohem Niveau stabilisiert", freut sich Direktor Dr. Thorsten Sadowsky, dass das Besucherinteresse am Museum Kunst der Westküste (MKDW) auch 2011 nicht nachgelassen hat. Mit 43 440 lag die Besucherzahl zwar um gut 1500 niedriger, als im Vorjahr, doch in Nordfriesland liege Alkersum nach dem Multimar Wattforum in Tönning und dem Nolde-Museum in Seebüll immer noch an dritter Stelle, berichtet Sadowsky, "und im Vergleich mit den dänischen Kunstmuseen wären wir dort unter den besten zehn".

Die Max-Liebermann-Ausstellung im Herbst sei von den Besuchern als Saisonhighlight angenommen worden, berichte Sadowsky, "Liebermann hat als Zugpfed funktioniert". Doch auch die Ausstellung "Innenwelten", die sich mit dem Motiv des Innenraums in der bildenden Kunst befasste, sei auf sehr positive Resonanz gestoßen, ebenso die Anfang des Jahres gezeigten historischen Fotos von Caroline Hammer mit frühen Ansichten der Stadt Wyk.

Nicht nur mit dem Publikumsinteresse ist Thorsten Sadowsky zufrieden. Das Programm sei weiterentwickelt worden und der Prozess der Vernetzung mit anderen Museen auf einem guten Weg. "Unser Haus ist in sehr kurzer Zeit sehr bekannt geworden und wir sind auf allen Ebenen einen Schritt weiter gekommen", freut er sich.

Für den rührigen Museums-Chef bedeutet das aber keineswegs, dass er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen will. "Es geht darum, die Besucher immer wieder zu überraschen", kündigt er an, dass auch 2012 im MKDW weit mehr passieren wird, als nur die eigene Sammlung zu präsentieren. Von der ohnehin viele Bilder in den nächste Monaten gar nicht auf der Insel sein werden. Denn das Ausstellungsjahr 2012 wird so spektakulär beginnen, wie das vergangene mit der Liebermann-Schau geendet hat: Das MKDW und das Singer-Museum im niederländischen Laren werden für ein Vierteljahr ihre Bilder tauschen: Über 60 Arbeiten aus den Alkersumer Beständen werden in den Niederlanden gezeigt, gleichzeitig sind in Alkersum über 60 Werke aus Laren zu sehen - französische Malerei aus dem Umfeld der Schule von Barbizon, Werke niederländischer Impressionisten sowie niedeländische Kunst der Moderne.

Bis zum Juni wird diese Ausstellung gezeigt. Von Juni bis Januar sind dann Bilder aus der eigenen Sammlung und zeitgenössische Werke zum Thema "Handarbeit - Stich und Faden in der Kunst" zu sehen. So wie sich im Moment im MKDW sowieso vieles um Handarbeiten dreht - wird doch seit ein paar Wochen eifrig am gehäkelten Korallenriff gearbeitet, das von Juni bis September ausgestellt werden soll. Ob Föhrer Landfrauen, Kinder der dänischen Schule in Wyk oder Frauen in Tondern: Überall scheint das Häkelfieber ausgebrochen zu sein und erste Ergebnisse lassen bereits erahnen,wie das "Föhr Reef" einmal aussehen könnte.

Auch Foto- und Videoarbeiten gibt es in diesem Jahr wieder im MKDW und die Nischen im Gartensaal werden neu bestückt. In der Galerie über "Grethjens Gasthof" werden drei Fotoausstellungen gezeigt. Den Auftakt macht die Dänin Trine Søndergaard, die für ihre Fotoserie "Strude", ausgehend von der traditionellen Tracht der Frauen von Fanø, moderne Menschen in historischen Trachten posieren lässt. Clara Bahlsen zeigt von Juni bis September mit "Pferde und Autos" Menschen und ihre Fortbewegungsmittel auf dem Land. Und bei Anja Jensens inszenierten, geheimnisvollen "Tatorten" kann man von September bis Januar auf einigen Fotos, die seit 2006 auf Föhr und Amrum entstanden sind, auch Insulaner entdecken.

Als "sirenenhaft" bezeichnet Thorsten Sadowsky die jungen Frauen, die in der Videoarbeit "Mermaids" von Ute Behrend in trostlosen Räumen Liebeslieder singen, während parallel dazu Wasserwelten zu sehen sind. Die "Mermaids" werden bis Juni gezeigt

Und mit Bill Viola ist es Sadowsky gelungen, im September einen international berühmten Künstler nach Alkersum zu holen, in dessen Videoarbeit "The Raft" eine Menschengruppe von einer Flutwelle überspült wird. Das Meer nicht nur als Sehnsuchtsort, sondern auch als Bedrohung - ein immer wiederkehrendes Thema in den Ausstellungen des Alkersumer Museums.


 

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