DER INSELBOTE

 

Facebook: Schüler helfen Lehrern

08. Februar 2012 | 03:30 Uhr | Von Birthe Herbst-Gehrking

So funktioniert’s: Schüler Richard März (li.) erklärt Lehrer Friedemann Weinbrecht (50), wie man sich sicher durch das soziale Netzwerk bewegt. Foto: Dewanger

Jungen und Mädchen aus der neunten Klasse gaben Einblicke: So funktioniert das soziale Netzwerk

Flensburg. Verkehrte Welt in der Flensburger Eckener Schule: Im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung führten sieben Schüler der Flensburger Kurt-Tucholsky-Schule (KTS) gestandene Pauker durch einen Workshop zum Thema Facebook. Dabei sollten die Lehrer einen ersten Blick in die Funktionsweise des sozialen Netzwerks gewinnen.

Die Schüler im Alter zwischen 14 und 15 Jahren gehen in die neunte Klasse der KTS und haben sich bereits intensiv mit Facebook beschäftigt. Für ein Projekt - die Erstellung einer Kommunikationsplattform für ihren Kurs - haben sie einen Preis der Nord-Ostsee-Sparkasse im Wert von 1000 Euro gewonnen.

Nun ging es darum, ihr Wissen an die Lehrer weiterzugeben. "Aufgeregt sind wir nicht, aber es ist schon etwas komisch vor den Lehrern zu stehen", sagte Noah Jessen. "Es ist ein tolles Erlebnis für uns. Wir sind gut vorbereitet und freuen uns, dass wir gefragt wurden", fügte Isabel Wesch hinzu. Nach einer kurzen Vorstellung ging es dann auch gleich los:

Die Schüler zeigten den Lehrern, wie man sich bei dem sozialen Netzwerk registriert und worauf man dabei achten muss. Wie schränke ich die Sichtbarkeit meines Profils ein? Wie finde ich meine Freunde? Kann man Personen blocken? Ist das Konto bei Facebook wieder löschbar?

Die Lehrer waren sehr interessiert und stellten viele Fragen an die Jugendlichen, die immer eine passende Antwort parat hatten. Nachdem alle Funktionen erklärt waren, bestand die Möglichkeit, mit einem extra dafür angelegten Zugang in die Welt des Netzwerkes einzutauchen, die so mancher Lehrer dann auch gleich nutzte.

"Ich finde es gut, dass wir auf diese Weise einen Einblick zu erhalten", sagt Thorben Delfs, Lehrer für Elektrotechnik. Er gehe davon aus, dass 95 Prozent aller Schüler bei dem sozialen Netzwerk angemeldet seien. "Das ist natürlich eine gute Möglichkeit unsere Schüler zu erreichen." Er könne es sich gut vorstellen, ähnlich der Gruppe der Schüler bei Facebook eine Plattform einzurichten, über die man mit den Schülern in Kontakt treten könne. Bei all den Vorteilen dürfe man aber auch nicht vergessen, dass viele Jugendliche sich zu unbedarft durch die virtuelle Welt bewegten.

Ähnlich sieht es Jürgen Wullf, ebenfalls Lehrer für Elektrotechnik. Er habe Kinder, die nun in das "Facebookalter" kämen. "Heute habe ich vieles gelernt, dass ich in beruflicher sowie privater Hinsicht anwenden kann."


 

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