DER INSELBOTE

 

Föhr/Amrum

Eisgang behindert den Fährverkehr

09. Februar 2012 | 10:30 Uhr | Von oe

Traumhaft schön, aber denkbar schlecht für die Schifffahrt: der Eisgang. Foto: oe

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Die "Nordfriesland" saß fünf Stunden vor Amrum fest - die "Schleswig-Holstein" musste auf halber Strecke umkehren. Durch die Eisschollen gibt es kein Durchkommen mehr.

Föhr / Amrum. Sicherlich hatten sich die Passagiere des Fährschiffes "Nordfriesland" der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), die am Dienstag um 14.50 Uhr Dagebüll mit dem Ziel Amrum verließen, ihre Überfahrt etwas anders vorgestellt, als sie dann letztendlich verlief. Statt kurz vor 17 Uhr in Wittdün anzulanden, mussten sie in Sichtweite des Fähranlegers noch über fünf Stunden ausharren. Mit ablaufendem Wasser und starkem Eisgang wurde das Fährschiff steuerbordseitig vom Kurs abgebracht und kam außerhalb der sehr schmalen Fahrrinne vor Wittdün fest.

Wie Erk Brauer, Leiter der Disposition bei der WDR, erklärte, gebe es derzeit eine ungünstige Kombination aus vermehrtem Eisgang und Ostwind bedingtem extremen Niedrigwasser. Die WDR bekomme täglich gegen 14 Uhr die neuesten Wasserstandsprognosen vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und entscheide dann über Verschiebungen im Fahrplan. "Im Prinzip können wir nur von Tide zu Tide planen, wie es am Besten funktioniert", so Brauer. Die beiden neuen WDR-Fähren "Schleswig-Holstein" und "Uthlande" zeigten zwar auch bei Treibeis bessere Manövrierfähigkeiten als die "Nordfriesland", aber bei dem derzeitigen extremen Niedrigwasser von einem Meter unter Normal könnten auch sie nicht fahren. "Ohne Wasser geht das eben nicht", erklärt Brauer. "Die Fahrgäste auf der 'Nordfriesland' hätten am Dienstag fast zu Fuß zur Insel laufen können", beschreibt Brauer die Auswirkungen des Ostwinds.

Donnerstag startet neuer Versuch zur Versorgung der Hallig-Bewohner

Am Mittwoch versuchte Kapitän Christ Tholund noch um 6.15 Uhr mit der "Schleswig-Holstein" ab Wittdün sein Glück, musste dann aufgrund des Treibeises und schon stark abgelaufenen Wassers aber wieder zum Anleger zurückkehren. Dort war zum Niedrigwasser dann sowenig Wasser, dass das Schiff trocken fiel. Gegen 7 Uhr wurde dann der gesamte Fährverkehr zwischen Dagebüll und den Inseln für zweieinhalb Stunden eingestellt, berichtete Erk Brauer. Zu den Halligen soll am Donnerstag ein neuer Versuch gestartet werden, um die Bewohner zu versorgen. Die WDR empfiehlt allen Fahrgästen, sich auf der Internetseite www.faehre.de über eventuelle Fahrplanänderungen zu informieren und bei wichtigen Terminen auf dem Festland möglichst Hochwasser-Abfahrten zu wählen.

Jens Petersen, Vormann des im Wittdüner Seezeichenhafen stationierten Seenotrettungskreuzers "Vormann Leiss", berichtete, dass der Treibeisgürtel im Wattenmeer bereits bis zur Ansteuerung des Rütergatts reiche. "Wir sind am Dienstag von einer Reparatur aus Wilhelmshaven zurückgekommen und haben aufgrund der starken Treibeislage allein zwei Stunden von der Rütergatt-Ansteuerung gebraucht, um bis zum Seezeichenhafen voranzukommen." Durch die Gischt hatte sich auf See der Aufbau des Kreuzers einen bemerkenswerten Eispanzer zugelegt.


 

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