TIERE IM WALD UND AUF DER WIESE

 

Bänderschnecke

Mit dem Haus huckepack

24. Juni 2010 | 00:00 Uhr | Von Stefan Polte / Ina Reinhart


Senkrecht  sitzt die Schnecke am Stein, manchmal sogar kopfüber.

Senkrecht sitzt die Schnecke am Stein, manchmal sogar kopfüber.

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Diese Tiere verstehen etwas vom Häuser bauen. Von ihnen kann jeder Architekt etwas lernen. Die Bänderschnecken wohnen in eleganten Häusern mit geschwungenen Fassaden.

Trappenkamp. Schillernde Farben von weiß über gelb, rosa und braun bis zu schwarz kringeln sich dort fünf bis sechs Mal in einer Spirale.

Wächst die Schnecke, so muss sie nicht umziehen. Sie baut einfach an - so entstehen die senkrechten Anwachsstreifen, die du auf ihrem Haus sehen kannst.

Und dieses Haus aus Kalk ist so leicht, dass die Bänderschnecke es immer dabei haben kann. Wie ein Campingwagen - nur ohne Motor. Ihre Campingausflüge sind jedoch langsam. Ein paar Meter pro Stunde, mehr schaffen sie nicht. Aber dafür klettern sie um so bessern. An feuchten Tagen erklimmen Schnecken sogar glatte Fensterscheiben. Manchmal kannst du sie sogar kopfüber hängend an großen Blättern entdecken. Durch ihren breiten und schleimigen Fuß können sie sich hervorragend festsaugen.

Die Sommersonne mögen die Schnecken nicht so gern. Sie sind meist nachts unterwegs und mögen schattige Plätze im Wald oder Garten. Dort finden sie auch das, was sie gern mögen - frisches, knackiges Grün. Blätter oder auch schon mal ein Salatkopf stehen auf ihrem Speiseplan.

Und dort, im Wald und im Garten ist nun auch ihre Kinderstube. Im Sommer legen die Bänderschnecken 30 bis 60 weißliche Eier im Boden ab. Nach drei Wochen schlüpfen daraus winzige Schneckenbabys, die von Geburt an aus dem Elternhaus ausgezogen sind. Sie wachsen und bauen an ihrem Haus und werden alt darin - bis zu acht Jahren. Dann ist ihr Haus voll ausgebaut. Und wenn du Glück hast, findest du eines.

Steckbrief: Bänderschnecke

Lateinischer Name: Cepaea – in Schleswig-Holstein gibt es zwei Arten: Cepaea hortensis, die Gartenbänderschnecke und Cepaea nemoralis, die Hainbänderschnecke. Beide leben aber in Wäldern und Gärten.
Größe: Das Gehäuse ist etwa 1 bis 2 Zentimeter hoch und etwas breiter als hoch.
Nahrung: Frisches Grün – zum Beispiel Laub, Gras und Salat.
Lebensraum: Wald, Wiese, Garten.
Merkmale: Der Weichkörper der Schnecken ist von gelb über dunkelgrau bis bräunlich gefärbt. Das Gehäuse kann einfarbig sein, aber auch mehrere spiralig  gefärbte  Bänder zeigen.


 
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