KINDERNACHRICHTEN
Die sonnigen Hiphop-Zwillinge aus Südafrika
Hamburg. Die südafrikanischen Zwillinge Andrew und Brian Chaplin, 19, sind entfernt mit Charlie Chaplin verwandt. Komiker wollen die beiden aber nicht werden, sie konzentrieren sich auf Musik. Sie nennen sich Locnville und haben die CD "Sun in my Pocket" aufgenommen, die heute erscheint.
Was steckt hinter eurem Albumtitel "Sun in my Pocket", Sonne in meiner Tasche?
Brian: Wir umschreiben Dinge gern. Die Sonne in meiner Tasche haben, das heißt für mich: Ich kann mein Leben kontrollieren.
Habt ihr noch nie die Kontrolle verloren?
Andrew: Doch. Als unsere Eltern sich trennten, da mussten wir mit unserer Mutter von Südafrika nach New York ziehen. Darüber waren wir ziemlich traurig. Zum Glück sind wir nach einem Jahr wieder nach Kapstadt gegangen.
Wohnt ihr immer noch dort?
Brian: Seit Januar leben wir in Johannesburg. Diese Stadt ist quasi das New York Südafrikas.
Sie gilt als sehr gefährlich...
Andrew: Sicher gibt es dort Kriminalität. Aber man kann in Johannesburg ein ganz normales Leben führen. Das düstere Bild, das die meisten Europäer haben, entspricht auf keinen Fall der Wirklichkeit. Man wird nicht sofort erschossen, wenn man vor die Tür geht.
Brian: Seit der Fußballweltmeisterschaft denken die Leute eh anders. Sie haben gesehen, dass Südafrika gar nicht so schlimm ist.
Und wie stehen Schwarze und Weiße heute zueinander?
Brian: Offiziell sind sie gleichgestellt. Bloß gibt es keine schwarze Mittelschicht. Die Menschen haben entweder überhaupt kein Geld oder sie sind sehr reich.
Andrew: Rassismus ist aber kaum noch ein Thema. Besonders Jugendliche kommen gut miteinander aus - egal welche Hautfarbe sie haben. Einzig ältere Weiße halten sich manchmal für etwas besseres als die Schwarzen.




