KINDERNACHRICHTEN

 

Jugend forscht: Cola und Klischees

03. Februar 2012 | Von Ina Reinhart

Mika Wicher (10) und Ants Aare Alamaa (10) testen Cola mit Fehlingscher Lösung auf Zucker: Sie wird orange. Das bedeutet, was sie schon geahnt haben: Kalorienarm ist dieses Getränk nicht, sondern zuckersüß.

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Niebüll. "Trink nicht so viel Cola! Davon löst sich der Magen auf", sagen Oma und Opa von Mika oft, wenn er sich mal die süße Brause gönnt. "Bisher ist mir nichts passiert", denkt sich der Schüler. Aber um sicher zu gehen, startet er ein Forschungsprojekt gemeinsam mit Ants Aare, der wie er in die fünfte Klasse der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule geht.

"Was kann Cola?" ist die Frage, mit der sich die zehnjährigen Gymnasiasten bei "Jugend forscht" anmelden. Für Teilnehmer unter 15 Jahren heißt der Wettbewerb "Schüler experimentieren". Sie wollen herausfinden, ob Cola wirklich so gefährlich ist, dass sie ihren Körper von innen kaputt macht.

Mika und Ants Aare füllen Putenfleischstückchen in Reagenzgläser und beobachten, was in drei Tagen passiert. Die Cola wird immer heller, das Fleisch wird immer dunkler. Offensichtlich entzieht es der Cola die Farbe. Aber aufgelöst hat es sich nicht.

Sie machen weitere Versuche mit Käse, Gummibärchen und Schokolade. Und dann wollen sie noch mehr über die Cola wissen. Wie sieht es mit dem Zuckergehalt aus? Und was ist noch drin?

Unterstützung bekommen die Schüler von den Jugend-forscht-Betreuungslehrern an ihrer Schule, Katja Kristan und Christoph Buchberger. Die beiden erklären den Schülern zum Beispiel, wie man mit Bunsenbrenner und Fehlingscher Lösung dem Zucker auf die Spur kommt - und auch, wie sie ihre Experimente für den Wettbewerb dokumentieren können. Denn die schriftliche Arbeit ist das, was die "Jugend forscht"-Jury zuerst zu Gesicht bekommt.

Während die beiden Jungen relativ viel mit Fotos zeigen können, musste Resalla für ihre Forscher-Arbeit ganz viel schreiben. "Kleiner Unterschied, große Wirkung?" ist der Titel. Und es geht um Klischees. "Es heißt immer, Mädchen sind in allem besser. Aber Mathe oder einparken können sie angeblich nicht so gut wie Männer", sagt die 14-jährige Achtklässlerin, die zur selben Schule geht wie die Jungen.

Sie hat sich zuerst im Internet informiert, was die Forschung zu solchen Mann-Frau-Klischees sagt. Sie fand heraus, dass diese Klischees oft nicht stimmen - aber trotzdem das Verhalten der Menschen beeinflussen.

Sie wollte mehr wissen und forschte an ihrer Schule weiter. So wurden Mitschüler und Lehrer zum Gegenstand ihrer Forschung. "Alle haben mitgemacht", freut sich Resalla. Und so kann sie beim Wettbewerb der Jury einige Erkenntnisse über das unterschiedliche Verhalten von Mädchen und Jungen präsentieren.

Mika und Ants Aare werden berichten, dass sich der Körper nicht auflöst, wenn man Cola trinkt. Aber die Brause hat so viel Zucker, dass sie in den Pausen lieber Wasser und Apfelsaftschorle trinken. Das ist gesünder für junge Forscher.


 

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