KINDERNACHRICHTEN
Hannah auf dem Pfad der Wissenschaft
Lübeck. Einmal längs durch die Altstadt auf einem Pfad der Wissenschaft - was sich ziemlich schräg anhört, kann man jetzt in Lübeck erleben. Der "Wissenschaftspfad" schlängelt sich von der Großen Burgstraße bis zum Mühlendamm und verbindet zehn Stationen, an denen wissenschaftliche Phänomene begriffen werden können - nicht nur von Erwachsenen, sondern genauso gut von Kindern.
"Wozu kann man das gebrauchen?" Hannah, 13, drückt ihre Hand auf die Platte mit den beweglichen Metallstiften und formt einen Abdruck, der ihre Hand genau wiedergibt. Das, so erklärt ihr Lübecks Wissenschaftsmanagerin Iris Klassen, ist ein Nadelscanner. "Solche Scanner kommen zum Beispiel in der Medizin in elektronischen Mikroskopen zum Einsatz. Die können Körperteile und Organe genau vermessen und dreidimensional wiedergeben."
Ein knappes Dutzend Kinder sind am Wochenende bei der Führung über den Wissenschaftspfad dabei. Eisige Windböen treiben Schneeregen durch die Stadt, aber Wissensdurst kennt offenbar kein schlechtes Wetter. Den Nadelscanner an den Holstenterrassen wollen alle ausprobieren. Ein Smiley entsteht da per Fingerdruck; ein paar Unerschrockene drücken ihr Gesicht in die kalten Metallstifte. Auch das funktioniert.
Kaleidoskop, Hörmuschel, Fernglas, Windorgel, Zentrifuge, Tonband, Möbiusband und Chaospendel gibt es auf diesem Pfad außerdem zu entdecken. Auch einen Abakus - eines der ältesten Rechenhilfsmittel überhaupt. "So ein einfaches Ding?", fragt Hannah ungläubig lachend. Einen Abakus hatte sie in der Grundschule zuletzt in der Hand. Hannah arbeitet längst mit einem Taschenrechner. Aber in Ländern, in denen Strom nicht selbstverständlich ist, freuen sich Schüler, wenn ihnen so ein Abakus beim Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren. Hannah staunt. Mathe ist ihr Lieblingsfach, aber dass man mit so einer einfachen Maschine auch komplizierte Rechnungen lösen kann, das hat sie erst bei diesem Ausflug auf den Pfad der Wissenschaft erfahren.





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