KINDERNACHRICHTEN
Das schwarze Pony in der Mensa
Schule kann so schön sein - besonders wenn die Band "The Black Pony" auf dem Stundenplan steht. Foto: staudt
Flensburg. Es ist viertel vor elf am Dienstag, an der Fridtjof-Nansen-Schule in Flensburg ist Projektwoche. Jetzt haben die Projekte aber erstmal Pause, und viele Schüler strömen in die Mensa: Tische und Stühle stehen in der Ecke, die Vorhänge sind vorgezogen, es ist ziemlich dunkel. Irgendetwas passiert gleich auf der Bühne, alle sind sehr gespannt.
Ein Moderator tritt auf. Er ist vom Radiosender N-Joy und heißt Christian Haacke. Flott und frech erzählt er etwas vom "öffentlich-rechtlichen Rundfunk". Auf einer großen Leinwand läuft dann ein Info-Spot, der den Schülern erklärt, wie diese Art von Rundfunk und Fernsehen funktioniert. Man zahlt Gebühren, und über einen Rundfunkrat kontrolliert die Bevölkerung den jeweiligen Sender. So wird sichergestellt, dass unabhängig berichtet und kommentiert wird - und dass es Radiosender wie N-Joy ohne Werbung gibt.
Doch dann geht es erst richtig los in der Mensa der Fridtjof-Nansen-Schule. Der Moderator kündigt "The Black Pony" an, und da können einige Mädchen nicht mehr an sich halten und stoßen spitze Schreie aus. "The Black Pony" ist eine junge Rockband aus Berlin, der Sänger Trevor Brown kommt allerdings aus den USA. Dort, in Kalifornien, hat die Band 2010 auch zusammen gefunden und ist dann nach Berlin gezogen.
Die vier jungen Musiker legen sofort mächtig los, mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, Trevor steht vorn und singt. Einigen kleineren Schülern ist es zu laut, sie halten sich die Ohren zu und gehen lieber raus. Doch die meisten drängen sich vorn an der Bühne, um die vier gut aussehenden Typen ganz aus der Nähe zu sehen. Sie rocken jetzt richtig los, spielen Songs wie "Love, Hope and Strength". Der Bass-Spieler Kevin Dollerschell lässt sein Instrument richtig donnern, zusammen mit dem neuen Schlagzeuger Michael Johnson treibt er die Musik voran. Und der Gitarrist Eugen Filtner zeigt, dass er richtig wilde Gitarrensoli drauf hat.
Auch ein paar Lehrer sind gekommen. Sie müssen natürlich aufpassen, dass nichts passiert, aber einige finden die Musik gar nicht so schlecht. Zum Beispiel der Mathe-Lehrer Sascha Görtz: "Das kann man sich anhören", sagt er. Auch der Schulleiter Dirk Loßack ist da, er muss später noch auf die Bühne und bekommt ein N-Joy-T-Shirt geschenkt.
Die meisten Schüler finden den Besuch von N-Joy gut: "Ziemlich abwechslungsreich", sagen Mia und Fenna aus der 9. Klasse. Auch Lara und Franzi aus der 13. gefällt die Show, "aber es ist ein bisschen wenig los, es hätten mehr Schüler kommen können."
Am Ende gibt es ein paar Autogramme und Werbegeschenke, dann trabt das schwarze Pony weiter, und die Schüler gehen wieder zu ihren Projekten. "Schoolrock" kam gut an, und immerhin haben vor acht Jahren "Juli" und "Silbermond" bei dem Projekt mitgemacht. Übrigens: Das Mittagessen gab es gestern auf die Hand. Schnitzelbrötchen mit Tomate und Ketchup.





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