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Rückzieher aus Eggebek
Uni Kiel sieht Forschung bei CO2-Projekt behindert
Die Kieler Uni hat ihre Pläne verworfen: Das Forschungs-CO2-Lager soll jetzt nicht mehr nach Eggebek. Foto: pm
Der heftige Widerstand gegen ein wissenschaftliches Kohlendioxid-Projekt in Eggebek (Kreis Schleswig- Flensburg) behindert nach Ansicht der Universität Kiel "unabhängige und gesellschaftlich wichtige Forschung". Die Hochschule betonte am Mittwoch, es gehe nicht um Untersuchungen für ein CO2-Lager, sondern um Risikobewertung: Das nunmehr gestoppte Vorhaben sollte vielmehr chemische und mikrobiologische Folgen beim Eindringen von CO2 in oberflächennahe Grundwasserleiter untersuchen, die auch der Trinkwasserversorgung dienen. Es gehe um Tiefen von 20 bis 30 Meter, Aussagen über die Eignung möglicher Speicher in 2000 Meter Tiefe für ein Kohlendioxidlager seien so nicht möglich.
Als das Projekt des Kieler Geologen Andreas Dahmke in Eggebek bekannt wurde, kam in der Öffentlichkeit sofort heftiger Widerstand auf, weil das Forschungsvorhaben unmittelbar mit hochumstrittenen Plänen für unterirdische CO2-Lager im Norden Schleswig-Holsteins in Verbindung gebracht wurde. "Professor Dahmke wird sich in Reaktion auf den völlig unangemessenen Umgang mit diesem Thema aus Eggebek zurückziehen und die Untersuchungen außerhalb Schleswig-Holsteins vornehmen", kündigte die Kieler Uni an. Der hohe Kohlendioxid-Ausstoß sei weltweit ein erhebliches Problem, da er den Treibhauseffekt bewirkt. Es müsse deshalb auch untersucht werden, ob eine Entsorgung möglich ist. "Dazu gehören die Risiken, die mit einer unterirdischen Lagerung von CO2 verbunden sein könnten."
Hat Carstensen vom Projekt gewusst?
Für die CDU betonte der stellvertretende Landesvorsitzende Torsten Geerdts, seine Partei wolle CO2-Endlager mit allen Mitteln verhindern. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) habe die ursprünglichen Pläne im Bundestag gestoppt. Nach Ansicht von SPD- Landesvize Bettina Hagedorn zeigt das Forschungsprojekt, dass die CDU keineswegs gegen die unterirdische CO2-Deponierung im Land sei, wie Carstensen behaupte.
Die SSW-Landtagsabgeordnete Anke Spoorendonk forderte von Carstensen eine Erklärung, ob er von der Genehmigung des Projekts in Eggebek gewusst hat. Entweder habe er nicht die volle Wahrheit gesagt oder der Vorfall sei ein weiterer Beleg dafür, dass er seine Regierungsarbeit nicht unter Kontrolle habe. "Die Menschen auf der Geest wollen weder ein Endlager noch Modellversuche im Vorfeld", sagte Spoorendonk. "Solange die anderen Parteien für den Neubau von Kohlekraftwerken sind, ist ihr Protest vor Ort gegen die CO2- Speicherung nicht mehr als der Versuch, Wählerstimmen einzufangen", meinte die Grünen-Landtags-Spitzenkandidatin Monika Heinold.
Leserkommentare
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So geht es aber nicht, liebe Eggebeker !
Ihre nicht vorhandene Risikobereitschaft behindert die "unabhängige und gesellschaftlich wichtige Forschung" !
Und dabei wollte der Geologe Andreas Dahmke doch nur auf seinem eigenen PRIVAT - Grundstück direkte Feldforschung betreiben, sozusagen Arbeit unter dem eigenen Haus, das spart Zeit und Kosten und wäre wahr...scheinlich sogar gänzlich ungefährlich gewesen, nicht wahr?