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Eckernförde
Umweltschützer: Speedboot-Rallye gefährdet Schweinswale
Eckernförde. Das Rennen "4 Elements Challenge" soll zwischen der Eckernförder Bucht und der Kieler Förde stattfinden und ist am Dienstag vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck genehmigt worden.
In einem gestern veröffentlichten Schreiben an alle Bundestagsfraktionen, den Land- und Kreistag sowie das Bundesumweltministerium fordert die Allianz der Veranstaltungsgegner den sofortiger Stopp. Wegen negativer Folgen für Klima, Meer und Tierwelt sowie der Belästigung von Einheimischen und Touristen müssten landes-, bundes- und europaweit Regelungen geschaffen werden, um "Veranstaltungen dieser Art nicht mehr möglich zu machen", heißt es in dem Schreiben.
Auch der Landessportfischerverband, der Segel- und Ruderclub sowie der Sporttaucher-Verband gehören zu den Unterzeichnern. Sie befürchten, dass die "4 Elements Challenge" zu einem regelmäßigen Event wird. Dann, so Bürgermeister Sibbel, würden noch mehr High-Speed-Boote (250 PS, Geschwindigkeit vom WSA auf 35 Knoten begrenzt) als die vier in diesem Jahr angemeldeten zugelassen.
"High-Speed-Kick" zu Lasten der Natur?
Seit Wochen protestieren Tier- und Naturschutzverbände gegen die Speedboot-Rallye. Der Grund: Die ohnehin bedrohten Schweinswale würden in Todesgefahr gebracht. Die Naturschützer sind besonders empört, weil das Privatvergnügen von 16 Tauchern die gerade in dieser Zeit geborenen Kälber durch die enormen Lärmpegel der Boote von den Muttertieren trennen könnte, was unweigerlich den Tod der Jungtiere zur Folge haben würde. Der Naturschutzbund (Nabu) kritisiert offen den "High-Speed-Kick", den sich eine Minderheit von 16 Tauchern zu Lasten der Umwelt und unter Bedrohung der geschützten Schweinswale geben wollten.
Veranstalter ist die Kieler Tauchschule "Baltic Dive Center", die die "4 Elements Challenge" im Internet als das "ultimative High-Speed-Erlebnis" anpreist, bei dem die Teilnehmer an ihre Belastungsgrenzen geführt werden sollen. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 Euro, die Fahrstrecke ist 140 Kilometer lang, Ziel ist die Kieler Innenförde. Auf dem Weg dorthin werden mehrere Wracks betaucht. Neben dem Nabu kritisieren auch die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere und die Gesellschaft zur Rettung der Delfine "diese geplante Art von Schnitzeljagd mit Wracktauchen".
Das Kieler Umweltministerium prüft die Veranstaltung hinsichtlich des Artenschutzes und der Umweltverträglichkeit. Noch habe der Veranstalter aber nicht alle Unterlagen eingereicht, so dass noch keine Entscheidung gefallen sei, sagte Ministeriumssprecher Christian Seyfert. Man werde sich noch positionieren.
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