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Sturm über Norddeutschland
Umfangreiche Aufräumarbeiten
So fegte der Sturm am Freitagabend über den Dieksee bei Timmdorf im Kreis Ostholstein. Die beiden Segelboote kenterten. Foto: Jürgen Skop/hfr
Schwere Sturmböen und starke Gewitter hatten am Freitagabend in Hamburg und Schleswig-Holstein erhebliche Schäden angerichtet. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern fegte der Wind über die beiden Bundesländer hinweg. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, wie ein Feuerwehrsprecher am Samstag in Hamburg berichtete. In der Hansestadt kenterten Segelboote auf Elbe und Alster, zahlreiche Bäume stürzten um. Keller liefen nach heftigen Niederschlägen voll, Straßen wurden kurzzeitig überflutet. 400 Passagiere mussten im Hamburger Stadtteil Wandsbek aus einer S-Bahn in Sicherheit gebracht werden, da abgeknickte Bäume im Gleisbett lagen. Der U-Bahn-Verkehr an den Landungsbrücken der Hansestadt war am Freitagabend unterbrochen, weil ein Festzelt des Hafengeburtstags auf die Gleise gestürzt war. 350 Menschen wurden nach Angaben des Sprechers aus einer U-Bahn geholt und zum nächsten Bahnhof begleitet. Verletzt wurde niemand.
Zwei Fallschirmspringer, die beim Hafengeburtstag ihre Sprünge zeigen wollten, wurden von den stürmischen Böen kilometerweit abgetrieben - einer landete in Barsbüttel, der zweite im 40 Kilometer entfernten Trittau (beide Kreis Stormarn). Ein dritter Springer konnte sich in die Elbe retten. Er wurde mit leichten Unterkühlungen in ein Krankenhaus gebracht. Das Trio hätte wegen des Wetters eigentlich nicht springen dürfen. Ein Autofahrer in Hamburg wurde leicht verletzt, als ein Baum auf die Motorhaube des Wagens krachte. Bis Samstagabend zählte die Feuerwehr in der Hansestadt rund 260 Einsätze, hieß es am Sonntag. In Schleswig-Holstein waren es nach Angaben vom Samstag gut 330. Im nördlichsten Bundesland deckten die Böen Dächer ab, ließen Bäume umknicken und Baustellenabsperrungen auf Autobahnen durch die Luft wirbeln. Blitzeinschläge lösten insgesamt sieben Brände aus, Menschen wurden jedoch nicht verletzt. Die Feuerwehr sicherte Baugerüste und pumpte vollgelaufene Keller leer. Bahnstrecken waren kurzzeitig gesperrt, im Hafen von Schleswig musste eine Jolle gesichert werden.
In Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde) suchten Feuerwehren, Marineflieger und das Technische Hilfswerk zwei Stunden lang nach angeblich vermissten Insassen eines roten Schlauchboots. Am späten Freitagabend gab es Entwarnung: Das leichte Boot hatte sich an einem Campingplatz losgerissen und war auf die Ostsee getrieben. Nahe der Nordsee-Insel Neuwerk geriet eine Schulklasse am Freitagabend bei einer Wattwanderung in das Unwetter. Bei starkem Regen und heftigen Windböen verloren die zwölf Schüler einer achten Klasse aus Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) und ihre Lehrerin im Wattenmeer die Orientierung, wie ein Polizeisprecher am Samstag in Hamburg sagte. "Sie wussten nicht mehr, in welche Richtung sie gehen sollten." Die Lehrerin wies diese Darstellung zurück und betonte, sie hätten sich keineswegs verirrt. Die Gruppe konnte kurze Zeit später unverletzt in Sicherheit gebracht werden.
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