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Ende der Glühbirne

Wie gefährlich sind Energiesparlampen?

26. August 2009 | Von kim

Können Energiesparlampen Krebs erzeugen? Das vermeintliche Zukunftsprodukt ist in die Kritik geraten. Foto: Caro

Lösen Energiesparlampen Krebs aus? Sechs Tage vor Inkrafttreten des Verbots für Glühbirnen eskaliert der Glaubenskrieg zwischen Befürwortern und Gegnern der neuen Leuchten.

Kiel. Die Bürger im Norden horten: Weil Glühlampen ab September schrittweise aus Baumärkten und Elektroläden verschwinden, decken sie sich mit Vorräten ein. "Der Absatz ist deutlich gestiegen", bestätigte gestern der Sprecher des Hornbach-Baumarktes in Kiel. Er rechnet damit, dass die Nachfrage in den nächsten Tagen noch steigt. Dafür sorgt auch der Glaubenskrieg, der zwischen Befürwortern und Gegnern der Sparlampen seit Jahren tobt und derzeit eskaliert.

Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes sogar Brust- und Prostatakrebs könne die per EU zwangsverordnete Sparlampe auslösen, behauptet der Heidelberger Hausarzt und "Lichtbiologe" Alexander Wunsch. Jetzt, unmittelbar bevor die alte Glühlampe 129 Jahre nach ihrer Erfindung durch Edison das Licht abgedreht werden soll, haben die Warner vor Gift, Strahlung, Hormon-Chaos und Netzhautschäden Hochkonjunktur. "Das ist ein Spiel mit der Angst der Menschen", meint der Chef der Uni-Augenklinik, Johann Roider in Kiel. Solche Aussagen würden die Konsumenten nur verunsichern, und hielten einer kritischen Prüfung nicht stand. "Schädlich ist das direkte Hineinsehen in einen Leuchtkörper, das sollte man bei der Glühlampe genauso wie bei der Sparlampe vermeiden."

"Sparlampe bringt Hormonhaushalt durcheinander"

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gab gestern Entwarnung. Der Einsatz von Sparlampen im Haushalt sei "nicht bedenklich". Die abgegebene optische Strahlung sowie die elektrischen und magnetischen Felder hielten die internationalen Grenzwerte ein. Die Technologie der Sparlampen ähnele der von Leuchtstoffröhren, die bereits seit langem am Markt sind. "Beim direkten Blick in eine Lichtquelle kann das Auge durch den Blaulichtanteil einer Glühlampe sogar deutlich stärker gefährdet werden als durch die entsprechende Emission einer Kompaktleuchtstofflampe", sagen die Strahlenschützer.

Um den Blaulichtanteil der Sparlampen geht es derweil den Gegnern. Die Sparlampe sei wegen des hohen Anteils an kaltem Licht gefährlich, weil es den Hormonhaushalt durcheinander bringe. "Bei falschem Umgang kann das Auftreten fast aller zivilisatorischer Erkrankungen begünstigt werden", sagt der Mediziner Wunsch. Weil die Glühlampe "die natürlichste Kunstlichtquelle ist, die uns derzeit zur Verfügung steht", fordert er die EU auf, das Verbot zurückzunehmen.

Rückhalt bekommt er von Kritikern, die sich am Quecksilbergehalt reiben. Während die EU quecksilberhaltige Fieberthermometer verboten hat, lässt sie das Gift in den Sparlampen zu. Die dürfen wegen des Schwermetalls nur als Sondermüll entsorgt werden. Die Lampenhersteller, die auf die höheren Gewinnspannen bei der Sparlampe lauern, halten dagegen: Es gebe inzwischen Modelle mit weich-warmem Farbton.


 

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