TOP-THEMA
Hochtechnologie für die Armen
Häuser aus Papier für die Dritte Welt
Kiel. Gestern wurde der Prototyp des "Afrika-Hauses" in Kiel vorgestellt. Erfinder ist Diplom-Ingenieur Gerd Niemöller (58) von der Schweizer Firma "The Wall AG". Er sagt: "Dieses Haus ermöglicht einer Großfamilie mit bis zu zehn Personen ein menschenwürdiges Leben."
Entwickelt wurde das Haus gemeinsam mit Dritte-Welt-Experten von der Bauhaus-Universität in Weimar. Das "Afrika-Haus" ist schlicht und doch ein Stück Hochtechnologie. Niemöller: "Wir pressen in Kunstharz getränktes Papier unter Druck zu einem Paneel aus extrem stabilen Waben, das auf jeder Seite mit einer Deckschicht verschlossen wird." In Kiel sollen von Januar an die Maschinen für die Herstellung dieser Paneele montiert werden, was 50 Arbeitsplätze schafft. Die Maschinen selbst produzieren dann vor Ort.
Das Haus soll mindestens 50 Jahre halten
Und vor Ort wird das Haus inklusive Mobiliar wie Betten und Regale auch zusammengesetzt. "Die Paneele lassen sich wie Holz verarbeiten, dass Haus ist stabil und absolut witterungsbeständig. Und da wir bei der Herstellung die Luft aus den Waben saugen, isolieren die Wände hervorragend gegen Hitze und Kälte." Das "Afrika-Haus" mit 36 Quadratmetern Grundfläche soll 5000 US-Dollar kosten und mindestens 50 Jahre halten.
Wer sind die Abnehmer? Niemöller: "Wir können uns vor Anfragen kaum retten. Momentan arbeiten wir mit der Hilfsorganisation World-Vision zusammen, die wegen der Cholera-Epidemie in Simbabwe dort die ersten Häuser schnell aufstellen will. Außerdem hat die Regierung von Nigeria 2400 Wohneinheiten bestellt."
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