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Sex am Strand

Gipfel der Lust oder Stein des Anstoßes?

23. April 2009 | Von Ute Thomsen

Ein Mann legt sich voller Erwartungen an den Strand - und nichts passiert. Foto: Gehrke

Das nackte Treiben am Strand von Aschau (Eckernförde) beschäftigt die Lokalpolitiker. Männer und Frauen sollen sich dort zu sexuellen Treffen verabreden.

Altenhof. Klein und beschaulich, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Dänischen Wohld und direkt an der Ostsee: Da liegt Aschau. Wie im Bilderbuch könnte das Leben in dem schnuckeligen Ortsteil der Gemeinde Altenhof sein ... wenn es nicht von einer besonderen Spezies Mensch heimgesucht werden würde: von Swingern, Männer und Frauen, die sich sexuell gemeinsam frei und ohne Einschränkungen entfalten wollen.

In gängigen Internetforen wird Aschau, vor den Toren Eckernfördes gelegen, längst als Geheimtipp nicht nur für Nacktbader gehandelt. Detailierte Anfahrts-Beschreibungen werden gleich mitgeliefert ebenso wie Erfahrungsberichte. Die belegen jedoch nicht in jedem Fall, dass am Strand pure zügellose Fleischeslust herrscht. Da schreibt zum Beispiel ein "Singlemann", dass er sich vergeblich nackt am Strand postiert und niemand Notiz davon genommen hat. Tatsächlich scheint der Strand längst nicht so stark frequentiert zu sein wie andere Party-Treffs entlang der Ostsee-Küste. Den Altenholzern reicht’s allerdings.

Schlüpfrige Szenen

Brisantes Material legte jüngst Eckhard Ochernal in der Gemeindevertreter-Sitzung vor: Fotos von sandigen Skulpturen, die eindeutig das zeigen, was Männer meist in der Badehose verbergen. "Das Sexualleben am Strand wird immer ausschweifender", weiß er zu berichten. Erwachsene mögen das noch so hinnehmen können, aber zarte Kinderseelen würden Schaden nehmen, ist sich der Schulleiter sicher.

Bürgermeister Hilmar Marohn war das Thema unlängst ebenfalls zu Ohren gekommen. Danach sollen junge Frauen, die ahnungslos am Strand entlang spazierten, aufgefordert worden sein, sich zu entkleiden. Mittlerweile sei er auch schon beim Ordnungsamtsleiter vorstellig geworden. Der habe allerdings erklärt, er habe keinen Vorgang dazu. "Dann schaffen wir einen", sagte Marohn, entschlossen, dem Treiben ein Ende zu setzen. Auch mit der Polizei will er Rücksprache halten.

Sein Vertreter Andreas Moll empfahl, trotz der emotionsgeladenen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren und erst einmal zu prüfen, welche Handhabe die Gemeinde überhaupt hat, dagegen vorzugehen. Einig war sich das mit sieben Männern und einer Frau besetzte Gremium am Ende: "Wir werden tätig", versprach Bürgermeister Marohn. Hinzu gelernt habe er allerdings auch, räumt er ein. Er wisse nun, was sich hinter den Begriffen "Outdoor Sex" (Sex im Freien) und "Group Bang" (Gruppensex) verbirgt.


 

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