TOP-THEMA
Callcenter Kiel
Freenet-Plan gefährdet 900 Jobs
Das Verwaltungsgebäude des elekommunikations-Dienstleisters Freenet im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf. Foto: dpa
Noch Ende Mai versicherte ein Freenet-Sprecher, dass das in Kiel ansässige Callcenter des bundesweit größten netzunabhängigen Mobilfunkanbieters "strategischer Bestandteil des Unternehmens ist und erhalten bleibt". Doch jetzt wird die Freenet Customer Care GmbH in der Landeshauptstadt zum Kauf angeboten. In einem Prospekt, der dem sh:z vorliegt, wird mit der hohen Flexibilität und Leistungsbereitschaft der 900 Mitarbeiter geworben, die einen Grundlohn von sechs Euro erhalten. Die Verkaufsbedingungen enthalten keine Arbeitsplatzgarantien und auch keine Zusicherung, dass der Käufer den bisherigen Freenet Kundenservice übernehmen kann. Freenet-Vorstandsmitglied Joachim Preisig bestätigte gestern, es würden "mehrere Szenarien geprüft". Dabei schloss er auch einen Verkauf des Kieler Callcenters nicht aus.
Kenner der Branche sehen die Arbeitsplätze in Gefahr, da bei den derzeitigen Überkapazitäten auf dem Callcentermarkt ein Käufer kaum Chancen hätte, den Standort Kiel auszulasten. Es wird davon ausgegangen, dass Freenet seine Kunden künftig vom kostengünstigeren Callcenter in Erfurt aus bedient. Nach der Übernahme der Konkurrenten Debitel und Talkline baut Freenet derzeit massiv Stellen ab, unter anderem verlieren 700 Talkline-Mitarbeiter in Elmshorn ihre Jobs.
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