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Bei Anruf: Abbuchung

Callcenter missbrauchen Kontodaten

11. August 2008 | 20:00 Uhr | Von shz.de

Egal, ob der Angerufene zugestimmt hat oder nicht: Callcenter verfügen über Bankdaten und haben illegale Abbuchungen gestartet. Experten raten daher: regelmäßig Kontostand prüfen! Foto: Jahr

Kieler Verbraucherschützer schlagen Alarm: Sie haben eine CD zugespielt bekommen, die Kontodaten von 17.000 Menschen enthält. Callcenter sollen damit illegale Abbuchungen veranlasst haben. Die Spur führt zur Süddeutschen Klassenlotterie.

"Bisher mussten Verbraucher, die am Telefon das Angebot eines Callcenters abgelehnt haben, nicht befürchten, dass ihr Konto leer geräumt wird", sagt Thomas Hagen, Sprecher der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Doch das sei jetzt anders. Denn: "Den Callcentern liegen Listen vor, in denen die Kontoverbindungen der Angerufenen stehen."

Den Verbraucherschützern in Kiel ist anonym eine CD zugespielt worden, die mehr als 17.000 Datensätze enthält. Darin sind Namen, Adressen, Geburtsdaten und vor allem Kontoverbindungen gespeichert. Woher die Daten stammen, ist bislang unbekannt. Aber: "Die Namen der Exceldateien weisen auf die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) hin", erklärt Hagen. Auch hätten viele Betroffene bei der Verbraucherzentrale angegeben, vor längerer Zeit SKL-Lose per Kontoabbuchung bezahlt zu haben. Wie alt die 17.000 Daten auf der CD sind, kann Hagen nicht sagen. "Einige Betroffene, die sich an uns gewandt haben, hatten vor zwei Jahren oder noch längerer Zeit ein Los."

Abbuchung trotz deutlicher Absage

Dass überhaupt derart sensible Daten gespeichert und jetzt derart missbraucht werden, wertet Hagen als "erschreckend". "Uns sind die ersten Fälle bekannt, in denen von Konten der betroffenen Verbraucher abgebucht wurde, obwohl diese unmissverständlich jegliche Teilnahme an einem Glücksspiel ablehnten", so Hagen. Deshalb haben die Verbraucherschützer das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) informiert. Es wird juristische Schritte gehen, unter anderem ein Strafverfahren einleiten.

"Es sind nur ein paar Mausklicks und solche Daten können kopiert, per Mail versandt und somit sehr schnell öffentlich zugänglich gemacht werden, was dem Missbrauch Tür und Tor öffnet", so Hagen weiter.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät daher, die Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen. Dies gilt auch für Kontobewegungen von Angehörigen, die aufgrund von Alter oder Krankheit den Überblick verlieren und dank des bekannten Geburtsdatums leichte Beute unseriöser Anbieter werden können.


 

Leserkommentare

 
RADUNSKI 12.08.2008 20:37
Datenbetrug

Ihr Beitrag
Es ist erstaunlich wie Ursache und Wirkung bewusst vertauscht werden.Wenn Ihnen hundert Mark oder (T)Euro hingelegt werden und alle sehen weg, was glauben Sie was geschied? Und genau so verhält es sich mit den Daten.Wer hat die Voraussetzungen geschaffen zum Datenverkehr ?`Wer zieht Gewinn aus dem Datenverkehr? Machen Sie diesen persönlich haftbar und viel ist zu vermeiden!! Aber solange wir eine organiesierte Verantwortungslosigkeit vor uns herschieben braucht sich keiner zu wundern das Betrug vorkommt!



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