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Hallig Hooge
Weihnachtsgottesdienst ohne Pastor
Dunkle Wolken am Himmel über der Hooger Kirchwarft: Zur Weihnachtsandacht wird hier noch kein neuer Pastor eingezogen sein. Foto: sh:z
Eine ausgebildete Laienpredigerin wird am Heiligabend mit den Hoogern singen und beten. "Ich habe für die Zeit eine bischöfliche Genehmigung bekommen - pro loco und pro tempore", sagt Gertrude von Holdt-Schermuly. Bis Hooges neuer Pastor im Januar 2010 gewählt und sein Amt übernehmen wird, ist die 61-Jährige zur Freude der Halligbewohner auf die Kirchwarft gezogen. Sie wohnt im Pfarrhaus direkt neben der knapp 400 Jahre alten St. Johannis-Kirche. Alle betonen, wie schön es sei, dass in den Fenstern des Pastorats jetzt wieder Licht ist, sagt Gertrude von Holdt-Schermuly.
"Auf Hooge ist sehr viel Gläubigkeit vorhanden", sagt sie. "Auf einer Hallig ist man den Naturgewalten tagtäglich unmittelbar ausgesetzt - und das kann man ohne Gottvertrauen nicht ertragen." So werden am Heiligabend die zwei Dutzend blau lackierten Holzbänke vermutlich nicht für alle Kirchenbesucher reichen. "Auch die Angehörigen, die auf dem Festland arbeiten oder zur Schule gehen, kehren über die Feiertage zurück", sagt Holdt-Schermuly. Dazu kommen noch etliche Urlauber. Wer keinen Sitzplatz mehr findet, muss stehen oder auf dem Fußboden Platz nehmen.
Andacht auch auf Platt
Hooges Kirche ist ein roter Backsteinbau, der nach einer großen Sturmflut Anfang des 17. Jahrhunderts aus den Trümmern zerstörter Kirchen des Umlands gebaut wurde. So sind die Kanzel und das Gestühl älter als das Gebäude. Dabei gibt es in der Kirche nur auf den Gängen dicke Holzdielen. Unter den Sitzbänken knirscht Sand. Das ist jedoch kein Zeichen von Armut. Wenn eine Sturmflut die Kirchwarft überspült, kann das Wasser anschließend schneller ablaufen, erklärt die 61-Jährige.
Zu Weihnachten wird sie gemeinsam mit vielen Helfern die Kirche schlicht schmücken. Eine hölzerne Krippe auf dem Altar, dazu ein großer Tannenbaum mit roten Äpfeln und goldenen Kugeln, der bis zur Decke ragt, sowie ein Meer von Kerzen, die das ganze Kirchenschiff in weihnachtlichem Glanz erstrahlen lassen.
Zwei Andachten wird es an den Feiertagen geben - eine auf Hochdeutsch, und eine auf "Platt". Denn Plattdeutsch sei die "Muttersprache" der Halligen, weiß die gebürtige Pellwormerin: "Friesisch spricht hier niemand mehr - ich selber kann es auch nur verstehen."
Einen hohen Stellenwert bei einem Hallig-Gottesdienst hat die Musik. "Die Friesen singen sehr gerne und auch sehr gut. Aus vollem Herzen." Ob der Gesang an Weihnachten von der 50 Jahre alten Orgel begleitet wird, weiß sie jedoch nicht. "Auf Hooge haben wir keinen Organisten und ich kann keine Orgel spielen." Vielleicht bietet sich - wie beim Gottesdienst am 1. Advent - ein Urlaubsgast an, der das Kircheninstrument spielen kann. "Oder jemand begleitet unsere Lieder auf seiner Gitarre." Denn ein Orgelspiel vom Band oder der CD irritiere die Besucher.
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Nichts gegen Lektoren und Laienprediger, denn sie sind nach meiner Erfahrung näher am Volk als die durch das Studium "verbildeten" Theologen. Dass es aber die Nordelbische Kirche nicht schafft, einen Pastor und einen Organisten für den Heiligenabend auf der Insel zu finden, ist ein Beispiel für die Führungslosigkeit. Da gibt es viele Pastoren mit Sonderaufgaben, die das NEK Kirchenamt bevölkern oder Verwaltungsaufgaben in den kirchlichen Behörden und Verbänden wahrnehmen - und sich um Predigdienste nicht gerade drängeln, wenn
es die Urlaubspläne stört. Nochmals: Nichts gegen eine Laienpredigerin, die die Geburt Jesu nicht grundsätzlich in Frage stellt, wie die von der Enmythologisierung , Sozial-Utopien und der pantheistischen Ersatzreligion der "Grünkraft" infiszierten Theologen. Man kann den Halligbewohnern nur zu einer Laienpredigerin gratulieren und Frohe Weihnachten zu wünschen.