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Bahn prüft neue Trasse entlang der Ostsee
Fernverkehr unerwünscht: Die Tourismus-Orte an der Ostsee fürchten mehr Lärm, wenn die Bahnstrecke wegen der Fehmarnbelt-Brücke ausgebaut wird. Die Bahn denkt jetzt über eine Alternative nach. Animation: dpa
Der Protest der Tourismusorte an der Lübecker Bucht gegen den geplanten Ausbau der Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden zeigt erste Erfolge. Die Deutsche Bahn AG habe zugesagt, auch eine alternative Trassenführung zu untersuchen, sagte ein Bahnsprecher. Dabei soll die Möglichkeit geprüft werden, die Trasse parallel zur Autobahn 1 zu führen. Die Tourismusorte fürchten eine stark steigende Lärmbelastung durch den zweigleisigen Ausbau der Strecke als Hinterlandanbindung der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung.
"Die Zahl der Züge würde sich von derzeit 22 auf bis zu 220 pro Tag verzehnfachen. Vor allem die Güterzüge würden hauptsächlich nachts fahren. Den Lärm würde man im gesamten Ort hören, das wäre das Ende des Tourismus in Timmendorfer Strand", sagte der Bürgermeister des Ortes, Volker Popp (parteilos). Die Zusage der Bahn, Alternativ- Trassen zu prüfen, wertete er als ersten Erfolg. "Die betroffenen Orte warten jetzt auf eine Reaktion aus Berlin", sagte Popp. Die Bahn will nach Angaben ihres Sprechers die Ergebnisse ihrer Abschätzung zur Machbarkeit einer Alternativ-Trasse in den kommenden Monaten vorlegen. Die Entscheidung über den tatsächlichen Verlauf treffe aber das Eisenbahnbundesamt, sagte er.
Nahverkehr soll bleiben, Fernverkehr verlegt werden
Von dem Ausbau und den Folgen wären vor allem die Orte an der inneren Lübecker Bucht wie Timmendorfer Strand, Niendorf, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt betroffen. Hier führt die Bahnlinie unmittelbar am Ort entlang. Da alle diese Gemeinden vom Tourismus leben, fordern sie eine "sozialverträgliche Lösung". "Wir wollen nicht, dass wir entlastet und dafür andere Orte belastet werden", stellte Popp klar. "Unsere Idealvorstellung wäre, eine neue Trasse für den Fern- und den Güterverkehr zu bauen und den Regionalverkehr weiter auf der alten Strecke laufen zu lassen", sagte er. Für dieses Anliegen macht sich auch die Landesregierung Schleswig-Holsteins stark.
Der Naturschutzbund (NABU) Schleswig-Holstein hält dagegen die Chancen des Landes für gering, tatsächlich Einfluss auf die Planungen der Bahn und des Bundesverkehrsministeriums nehmen zu können. Der zwischen Deutschland und Dänemark geschlossene Vertrag verlange eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde für Güterzüge und von 160 Kilometern pro Stunde für Personenzüge. Dafür reiche
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die bestehende Strecke aus, sagte der Fachreferent für die geplante Beltquerung, Malte Siegert. "Wer glaubt, dass die Deutsche Bahn für eine für die Bundesrepublik relativ unbedeutende Verbindung eine neue Trasse entlang der A1 bauen wird, unterschätzt die vertragliche Situation", sagte Siegert.
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